Ein kunterbuntes Potpourri

Seit meinem letzten Blogeintrag sind einige Wochen vergangen. Heute nun werde ich euch ein bisschen über diese Wochen erzählen. Ein kunterbuntes Potpourri.

Im Oktober war ich in Wien. Wieder einmal. Ich liebe Wien. Doch dieses Mal war kein Sightseeing angesagt, nein harte Arbeit wurde mir gesagt, als ich mich bei meiner Lektorin zum Autoren-Campus angemeldet hatte. Sechs Autorinnen, die ich noch nicht persönlich kannte, waren ebenfalls angemeldet. “Wir werden plotten, Figuren entwickeln, uns über die Abläufe und die roten Faden unterhalten. Über Blockaden die während des Schreibens entstehen”, hatte sie geschrieben. Allen, nicht nur mir.

Mit einem Exposé im Koffer, ein Exposé das ich zuvor noch schnell aus dem Ärmel geschüttelt hatte, reiste ich nach Wien. Nachtrag: Meistens gehe ich wochenlang mit einer Geschichte schwanger, bevor ich mich an das Exposé-Schreiben wage.

Die Begrüßung am Donnerstagabend in Elsa Rieger’s Küche war zuerst etwas verhalten, klar man musste sich erst beschnuppern. Victoria Suffrage hatte zu Hause Lammkeulen vorbereitet, die nun auf dem Herd dem Ende entgegen schmorten. Der Zweigelt (ein österreichischer Rotwein) lockerte bald die Zungen. Es wurde gelacht, gealbert und geneckt. Ich habe nicht auf die Uhr geschaut, als ich irgendwann in meinen Schlafsack schlüpfte.

Nachtrag: die Lammkeulen schmeckten ausgezeichnet, ebenso die grünen Bohnen. Chapeau, liebe Victoria.

Über die kommenden Tage will ich euch jetzt nicht mit öden Details langweilen. Ich kann nur eins Eins sagen, trotz intensiver und harter Arbeit ist uns das Lachen nicht vergangen. Am Ende des Campus, hatte ich einen kompletten Plot im Koffer und neue Autorenfreundinnen gewonnen.

 

Wieder zu Hause war Schreiben angesagt. Mein Projekt schrie förmlich nach mir. Schreibtischarbeit! Ich wollte noch vor der BuchBerlin, die Ende November anstand, das Wort ‘Ende’ unter das Manuskript schreiben. Denn noch nie hat mich eine Geschichte so unter Strom gesetzt. Leider hat es nicht mehr ganz gereicht.

Und dann kam die BuchBerlin.

Schon lange hatte ich sie zusammen mit Steffi Krumbiegel und Sarah Baines geplant. Ein herzliches Dankeschön an Steffi Krumbiegel, die meine Bücher von München nach Berlin transportierte. Im Flugzeug hätte mein Koffer wohl ein nicht bezahlbares Übergewicht gehabt. Voller Enthusiasmus reiste ich also nach Berlin. Ich kannte die Messe bereits vom vorigen Jahr, allerdings nur als Besucherin.

So bunt wie unsere Tischdecken waren auch die Bücher die darauf lagen.  Fantasy, Dark Romance und Frauenromane lockten viele Besucher an unseren Tisch. Ebenso bunt war auch der Austausch mit Leserinnen  und Blogger. Die direkten Gespräche, über die Hintergründe und die Entstehung von meinen Geschichten zu erzählen, war für mich eine ganz neue Erfahrung.

Einige Autoren, die ich bislang nur von Facebook kannte, habe persönlich kennengelernt und mit anderen ein Wiedersehen gefeiert. Es war eine herzliche Stimmung, eine tolle Community.

Ich bin echt am Überlegen, im nächsten Jahr wieder hinzufahren. Ganz besonders deshalb, weil mein Roman, der im 2019 veröffentlicht wird in Berlin spielt.

Das Magische Wort ‘Ende’ habe ich übrigens nach der BuchBerlin, ganz genau am 1. Advent, unter mein Manuskript geschrieben.

Nun wünsche ich Euch schöne Adventstage und frohe Weihnachten. Wir lesen uns im Januar 2019 wieder.

 

 

Wienerschnitzel, Tafelspitz und Palatschinken

Ich bin in Wien gewesen, was von Bordeaux nach Wien fast eine Weltreise bedeutet, aber ich wollte dorthin. Ich wollte nämlich unbedingt meine Lektorin persönlich kennenlernen. Facebook und all die anderen Social Media Kommunikationskanäle sind okay, doch ein persönliches Kennenlernen, na ihr wisst schon.

Bordeaux – Paris Orly. Dann Flughafenwechsel nach Charles de Gaulle über die Stadtautobahn rund um Paris. Zittern und Bibbern. Schafft es der Bus rechtzeitig? Er hat!

Erneutes Einchecken,  Handgepäck öffnen, Kosmetikbeutel auf das Band legen. Natürlich auch Fotoapparat, Handy und all die elektronischen Geräte, die  auf jede Reise mitmüssen. Dann Schuhe ausziehen und durch die Sicherheitsschleuse gehen.

Nachdem ich auch das hinter mich gebracht und meinen Sitz in der ‘Kategorie Holzbank’ gefunden hatte, konnte ich endlich entspannt zurücklehnen und mich auf Wien freuen.

Die Stadt hat mich sehr freundlich empfangen. Der Taxichauffeur erklärte mir im schönsten Wienerdialekt die Sehenswürdigkeiten links und rechts der Autobahn. Nun, zu sehen war allerdings nicht so viel, denn die Nacht hatte sich bereits über Wien ausgebreitet.

In einem alten Wohnhaus, mitten in der Altstadt, wohnt Elsa Rieger, meine Lektorin. Nur einen Augenblick des Zögerns, und der Funke ist sofort übergesprungen. Wir haben gelacht, über das Schreiben und über wunderbare Bücher gesprochen.

Eine Stadt die ich nicht kenne, entdecke ich am liebsten, indem ich mich treiben lasse, durch die Gassen schlendere, meine Nase an den Schaufenstern platt drücke, irgendwo einen Kaffee und ein Stück Kuchen genießen.

Kaffee- und Kuchenmässig hat Wien einiges zu bieten. Zum Beispiel, Kaffee mit Schlagobers und einem Schuss Marillenlikör, und das schon am frühen Morgen, und dazu ein kleines Törtchen. Himmlisch!

Natürlich habe ich auch Wiener Schnitzel und Tafelspitz genossen. Den Palatschinken hebe ich mir für den nächsten Besuch auf, der hatte keinen Platz mehr.

Leider verging das Wochenende viel zu schnell. Das Hundertwasser Museum, Belvedere, der Naschmarkt, und, und, und … aber das Wichtigste für mich war, ich habe meine Lektorin kennen gelernt und ich bin überzeugt, dass auch meine nächste Geschichte bei ihr in den besten Händen ist.