‘Salon du Livre’ in Paris oder Buchmesse in Leipzig?

Das war die Frage, die ich recht schnell beantworten konnte.

Zwei Gründe haben mich dazu bewogen: Erstens ist Leipzig von meinem Wohnort fast nicht erreichbar, und zweitens habe ich von der Frankfurter Buchmesse, die in Paris vertreten ist, eine Einladung zu einem ‘Dejeuner’ erhalten. Weshalb, das weiß ich nicht, aber ich muss ja nicht immer alles hinterfragen.

Also, Bahnkarte gekauft und Hotel gebucht.

Punkt zehn Uhr öffneten sich die Tore, und eine unglaubliche Menschenmasse strömte in die Messehallen. Nein, klein ist dieser ‘Salon’ absolut nicht.

Wie in Frankfurt, werde ich von einer Unmenge von Büchern empfangen. Gleich am Eingang präsentiert sich ein Verlag mit Kunstbänden. Louvre, Museé d’Orsay, Picasso, Monet, Manet, Van Gogh, nur um einige zu nennen. Paris, ist nicht nur die Stadt der Liebe, sondern auch die Stadt der Künste.

Dann folgte ein Stand mit Reisebüchern, moderner französischer Literatur, Kinderbücher, Kochbücher, Gartenbücher,  und noch Vieles mehr.

Auch Amazon.fr mit seinem Kindle, und seinem Create Space Angebot war vor Ort.

Was ich nicht gesehen habe, waren die Podiumsdiskussionen zwischen Autoren, Verlagen, Lektoren und Lesern. Einzig Amazon präsentierte sein Programm einer kleinen interessierten Gruppe, der Titel war: ‘Schreiben und gelesen werden’.

Was man aber konnte, bei allen Ausstellern, Bücher kaufen. Es war also eine große Verkaufsmesse.

Nur gut, dass ich nicht so viele französische Bücher lese, sonst …

Am Frankfurter-Ausstellungsstand, wo wirklich ein ‘Frühstück’ serviert wurde, und man sich auch mit Büchern eindecken konnte (was ich getan habe), wurde mir erklärt, dass es erst das zweite Jahr ist, in dem sie sich in Paris präsentieren, und im Hinblick auf die Jugendbuchmesse in Bologna Kontakte zu französischen Jugendbuchautoren und Verlagen aufbauen wollen.

Wer weiß, vielleicht bekommt meine Kindergeschichte, die schon lange in meinem Computer schlummert, endlich eine Chance, das ‘Licht der Welt’ zu erblicken.

Ach ja, was ich nicht unerwähnt lassen möchte, und was mir sehr gefallen hat, es tummelten sich ganz, ganz viele Schulklassen mit ihren Lehrern in den Hallen. Die Kinder durften die Bücher anfassen  darin blättern, und für einmal hatten die Kids nicht ihr Handy,  sondern Bücher in der Hand.

Ich denke, dass ich diese Messe nicht das letzte Mal besucht habe.

 

Paris …

… mal wieder. Ab und zu muss ich das einfach tun, nach Paris fahren. Ab und zu brauche ich die Hektik dieser Stadt, mit ihren 7 Millionen oder mehr Menschen um mich herum. Natürlich treffe ich nicht alle, aber doch ganz schön viele, ich habe sie aber noch nie gezählt.

Ich setze mich also in den TGV, das ist einer von diesen Hochgeschwindigkeitszügen, der mich in knapp drei Stunden in die “Stadt der Liebe” bringt. ‘Bienvenue Montparnasse’, so nennt sich der Bahnhof, und wenn man aus der Halle tritt, ist man sofort mitten im Gewühl.

Mein Hotel liegt nur einen kurzen Fußmarsch entfernt. Ich bringe mein Zweitage Gepäck auf mein Zimmer, und dann geht es los, nach unten auf die Straße. Bummeln, schauen, riechen. Einen Kaffee in einem der unzähligen Bistros, und wieder schauen. Es gibt so viel zu sehen, ich spreche jetzt nicht von Museen, Kirchen oder sonstigen Monumenten, ich spreche von Menschen. Menschen mit all ihren Schattierungen. Sie sitzen, so wie ich, im Bistro und diskutieren, mit ihren Händen, mit ihrer Mimik. Ich brauche nicht zu verstehen, was sie sagen, ich muss nur zuschauen, es ist wie früher im Stummfilm, und ich erlebe ein Kopfkino vom Feinsten. Danach geht es weiter, bis ich spät Nachts müde ins Bett falle.

Den zweite Tag habe ich dazu benutzt, nochmals auf den Spuren von meiner Protagonistin Isabelle aus meinem Roman “Fremdes Kind” zu wandeln. Sie hat, bevor sie sich in die Normandie absetzte, einige Zeit in Paris gelebt, und es war ein absolut tolles Gefühl, das Hotel, in dem sie für kurze Zeit wohnte, das Restaurant, in dem sie Serge kennen lernte, und noch einiges mehr, wieder aufleben zu lassen.

Natürlich habe ich auch einige der Prachtstraßen besucht, bin an der Seine entlang gebummelt, und war auch wieder einmal am Strawinsky Brunnen, das gehört zu einem Parisbesuch. so  wie auch der Eiffelturm, die Sacré Coeur und noch vieles mehr.

Es sind drei wunderschöne und sonnige Herbsttage gewesen, und ich werde ganz bestimmt bald wieder hinfahren.

Zum Schluss noch eine kleine Szene, die ich euch nicht vorenthalten will:

Fragt mich doch eine Verkäuferin in einem Geschäft, wo ich denn wohne? “In der Dordogne”, antworte ich, darauf sie: “Ist das auch noch Frankreich?”