Wienerschnitzel, Tafelspitz und Palatschinken

Ich bin in Wien gewesen, was von Bordeaux nach Wien fast eine Weltreise bedeutet, aber ich wollte dorthin. Ich wollte nämlich unbedingt meine Lektorin persönlich kennenlernen. Facebook und all die anderen Social Media Kommunikationskanäle sind okay, doch ein persönliches Kennenlernen, na ihr wisst schon.

Bordeaux – Paris Orly. Dann Flughafenwechsel nach Charles de Gaulle über die Stadtautobahn rund um Paris. Zittern und Bibbern. Schafft es der Bus rechtzeitig? Er hat!

Erneutes Einchecken,  Handgepäck öffnen, Kosmetikbeutel auf das Band legen. Natürlich auch Fotoapparat, Handy und all die elektronischen Geräte, die  auf jede Reise mitmüssen. Dann Schuhe ausziehen und durch die Sicherheitsschleuse gehen.

Nachdem ich auch das hinter mich gebracht und meinen Sitz in der ‘Kategorie Holzbank’ gefunden hatte, konnte ich endlich entspannt zurücklehnen und mich auf Wien freuen.

Die Stadt hat mich sehr freundlich empfangen. Der Taxichauffeur erklärte mir im schönsten Wienerdialekt die Sehenswürdigkeiten links und rechts der Autobahn. Nun, zu sehen war allerdings nicht so viel, denn die Nacht hatte sich bereits über Wien ausgebreitet.

In einem alten Wohnhaus, mitten in der Altstadt, wohnt Elsa Rieger, meine Lektorin. Nur einen Augenblick des Zögerns, und der Funke ist sofort übergesprungen. Wir haben gelacht, über das Schreiben und über wunderbare Bücher gesprochen.

Eine Stadt die ich nicht kenne, entdecke ich am liebsten, indem ich mich treiben lasse, durch die Gassen schlendere, meine Nase an den Schaufenstern platt drücke, irgendwo einen Kaffee und ein Stück Kuchen genießen.

Kaffee- und Kuchenmässig hat Wien einiges zu bieten. Zum Beispiel, Kaffee mit Schlagobers und einem Schuss Marillenlikör, und das schon am frühen Morgen, und dazu ein kleines Törtchen. Himmlisch!

Natürlich habe ich auch Wiener Schnitzel und Tafelspitz genossen. Den Palatschinken hebe ich mir für den nächsten Besuch auf, der hatte keinen Platz mehr.

Leider verging das Wochenende viel zu schnell. Das Hundertwasser Museum, Belvedere, der Naschmarkt, und, und, und … aber das Wichtigste für mich war, ich habe meine Lektorin kennen gelernt und ich bin überzeugt, dass auch meine nächste Geschichte bei ihr in den besten Händen ist.

 

 

 

 

Die Nadel im deutschen ‘Bücherheuhaufen’

Anfangs November werde ich eine Leserunde auf Lovelybooks für meinen neuen Roman ‘Eine Frau kämpft für ihren Traum’ durchführen. Ich habe  schon etwas Bammel – werden sich genügend Leute anmelden – aber freue ich mich auch, mein Buch zusammen mit Leserinnen und Leser zu diskutieren.

Ich habe schon einiges über diese Leseplattform gehört, Gutes und weniger Gutes. Doch ich bilde mir gerne selber ein Urteil und bin gespannt, wie es ablaufen wird. Natürlich berichte ich euch darüber.

Mit einer Veröffentlichung ist es nämlich nicht getan. Ich habe gelesen, dass pro Jahr zwischen 80 000 und 90 000 neue Bücher auf den Markt geworfen werden.

Also ist Kreativität gefragt, damit ein Buch im großen ‘Bücherheuhaufen’ der Neuerscheinungen gefunden wird.

Auch Blogtouren sollen helfen, dass ein Buch gefunden wirdIch habe schon einiges darüber gelesen, selber habe ich noch nie eine durchgeführt.

Wie dem auch sei, das eigene Buch zu vermarkten ist nicht einfach.  Es bedeutet täglich in den Social Medien präsent zu sein.  Muss ich das? Will ich das? Ja, wahrscheinlich muss ich das. Macht es mir Spaß? Diese Frage habe ich mir schon öfters gestellt und ich muss, wenn ich ganz ehrlich bin, sagen: Manchmal, aber nicht immer. Ich bin also kein Werbefuzzi. Blödes Wort, ich weiß. Ich bin mir aber auch bewusst, wenn meine Geschichten gelesen werden sollen, dann kann ich mich diesen Medien nicht entziehen.

Keine Angst, ich werde euch auch in Zukunft nicht mit Werbung zu müllen, doch ab und zu bekommt ihr ein Textschnipsel von meinem neuen Roman zu lesen. Ich bin im letzten Drittel, es dauert also nicht mehr lange, bis ich das Wort ENDE schreiben kann.

Dann ist mein Erstleser gefragt. Bis jetzt hat er noch nicht viel davon gelesen. Ich bin gespannt auf seine Kommentare.

 

 

Michel de Montagne hatte Eine …

 

Johann Wolfgang von Goethe auch. Charles-Pierre Baudelaire, Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach, Guy Maupassant, Oscar Wilde, Christian Morgenstern, Rainer Maria Rilke, Hermann Hesse, Katherine Mansfield, Patricia Highsmith und noch einige Andere, hatten auch eine Katze.

Auch ich reihe mich unter die Katzenbesitzer ein. Katze und Autor gehören  zusammen. Weshalb? Vielleicht weil die Fellnasen Tröster sind, wenn wir mal wieder an uns zweifeln. Sie sitzen auf unseren Knien während wir unsere Texte schreiben. Ihr Schnurren beruhigt unsere gestressten Nerven, wenn wir am Überarbeiten sind und sie treiben uns in den nächsten Laden, wenn das Futter zur Neige geht. So kommen wir wenigsten ab und zu unter Leute und an die frische Luft.

Meine Katze hat mich gefunden und beschlossen, dass genau ich diejenige bin, bei der sie ihr weiteres Leben verbringen will.

Es war ein schöner Sommertag. Die großen Ferien waren angebrochen. Wohin mit dem Tier, fragen sich viele Besitzer. Katzen sind auf dem Land nicht viel wert. Aussetzen ist dann meistens die Lösung, obwohl das für mich keine ist.

Und so kam ich in den Besitz von meiner Isabelle.

Etwa drei Monate schätzte ich war sie, als sie mit erhobenem Schwanz in meine Küche tappte. Frech schaute sie zu mir hoch, so als wollte sie sagen: “Du, ich habe Hunger und Durst.” Ich stellte ihr eine Schale mit Milch und eingeweichten Brotbrocken hin. Gierig machte sie sich über den Fressnapf her. Als sie ihn leergeputzt hatte, sprang sie auf einen Stuhl, rollte sich zusammen, schnurrte entspannt, so als ob sie schon immer zu mir gehörte hätte.

Isabelle ist sehr eigensinnig. Schmusen nur wenn sie will. Auf den Arm nehmen, geht gar nicht.

In den ersten Jahren war sie eine richtige Streunerin. Manchmal war sie tagelang weg. Was habe ich mir für Sorgen gemacht, aber sie kam immer wieder, hungrig und zerzaust. Trotz Kastration wurde sie zweimal pro Jahr rollig. Während dieser Zeit strichen unzählige Kater von der näheren und weiteren Umgebung um mein Haus. Die Duftmarken hatten es in sich.

Heute ist meine Bella ruhiger geworden. Eigensinnig ist sie immer noch. Wir passen gut zusammen.

 

 

Henri IV und das Sonntagshuhn

Das legendäre ‘Poule au pot’

Henri IV – Krieger und Friedensstifter,  Liebhaber und begeisterter Vater. Frankreich liebt bis heute seinen “guten König”, der am 14. Mai 1610 in Paris ermordet wurde.

In der Tat bescherte er Frankreich von 1594, dem Jahr seines Einzugs in Paris, bis 1610, dem Jahr seiner Ermordung, eine Ära des inneren Friedens. Eine Zeit, in der die Bauern ihre Äcker ohne Furcht bestellen konnten, dass die reifende Ernte morgen von dem einen oder anderen Heerhaufen in den Boden gestampft würde. Eine Schonfrist in der das Handwerk wieder gedieh, die Städte nicht mehr den Plünderungen durch die katholische oder die protestantische Soldateska preisgegeben waren. Eine Zeit des aufblühenden Wohlstandes, in der sich Geld genug in den Kassen des Königs sammelte, um im Lande Brücken und Straßen, in Paris den Pont Neuf und den Louvre zu bauen, um neue Industrien zu gründen. So konnten sich in den letzten Jahren seiner Herrschaft auch die Franzosen der unteren Stände Sonntags das Huhn im Topf leisten, das er ihnen versprochen hatte. (Quelle Zeit-Online)

Das Huhn im Topf (Poule au pot) hat sich, vor allem in den ländlichen Gegenden bis heute erhalten. Allerdings wird es nicht mehr im Kamin (Cheminée) über dem offenen Feuer gekocht, sondern auf dem Gasherd.

Einmal habe ich mich an die Zubereitung gewagt. Sie ist ziemlich aufwändig und so habe ich kurzerhand Freunde und Nachbarn dazu eingeladen, denn für zwei Personen lohnt sich der Aufwand nicht. Ganz abgesehen davon, dass zwei Personen sehr wahrscheinlich eine Woche an diesem Gericht essen würden.

Es war ein fulminantes Sonntagsmahl. Zehn Leute sassen an meinem Tisch. Als erstes gab es eine Suppe mit Einlage. Danach das Huhn mit Gemüse und einer selbst gemachten Mayonnaise. Für diejenigen die noch Platz hatten, gab es einen wunderbaren reifen Camembert und als Dessert eine Nusstorte und einen Apfelkuchen. Nun, es ist nicht unbedingt eine Mahlzeit zum Abnehmen.

Vielleicht habt ihr Lust sowas mal nach zu kochen.

Hier ist das Rezept, das ich in einem französischen Kochbuch gefunden habe. (©Berger-Levrault, 1992)

Man nehme: Ein 1,5 kg schweres Suppenhuhn, besser wären 2,5 kg, und es muss ein Suppenhuhn sein, ein dickes, fettes und glückliches Huhn.

Die Innereien, Herzen, Leber und Magen werden gehackt und mit Rohschinken und vier Eiern vermischt. Dann kommen in Milch eingeweichtes Brot, reichlich Knoblauch, Petersilie, Muskat, Salz, Pfeffer und ein guter Schuss Armagnac dazu. Diese Farce füllt man in das Huhn und kocht es zusammen mit Gemüse wie Karotten, Kartoffeln, Zwiebeln, Navets, Lauch und Kohl, mindestens drei, besser wären vier Stunden in einem großen Topf.

Wenn das Huhn weich ist, wird es tranchiert, auf einer Platte angerichtet und mit dem Gemüse garniert. Wenn man möchte, kann eine Tomatensauce oder auch Mayonnaise dazu gereicht werden.

Die Suppenhuhn-Bouillon wird aufgekocht und mit einer Suppeneinlage etwas eingedickt. Diese Suppe ersetzt das traditionelle französische Entreé, das sehr oft aus Paté oder Charcuterie besteht. Das wäre aber dann in diesem Fall zuviel des Guten.

Junge Französinnen, die ich gefragt habe, haben mir bestätigt, dass bei ihren Großeltern oder Großtanten noch heute jeden Sonntag ein Huhn auf den Tisch kommt. Nicht unbedingt ein ‘Poule au pot’, aber ein Huhn muss es sein.

 

 

Am Anfang war ein Weingut

 

Ich habe euch versprochen, etwas über meinen neuen Roman, an dem ich arbeite zu erzählen.

Dieses Mal sind es keine Personen die mich inspiriert haben, dieses Mal ist es ein Weingut. Ein Weingut, das nicht weit von mir, einsam, oberhalb von meinem Dorf ein, ein jämmerliches Leben führt. Verlottert, mit blinden Fenstern, sofern diese blinden Scheiben noch Fenster genannt werden können. Das Gras kniehoch, die Dachschindeln durch den Regen aufgeweicht, die Holztüren schief mit angefressenem Holz. Nur die geschwungene Eingangstreppe, die auf die Terrasse führt, lässt noch etwas von der früheren Pracht erkennen.

Die Terrasse gibt einen fantastischen Blick durch hohe Pappeln aufs Tal frei. Sanft geschwungen liegt es dem Weingut zu Füßen. Es gibt Weinberge, die links und rechts des Gutes auch heute noch bearbeitet werden. Die Trauben, ja, ich habe genascht, sind prall und zuckersüß.

Ich setze mich auf die Treppenstufe, blicke ins Tal und mit meinen Gedanken fülle ich das Gut mit Leben. Der Schlossherr, seine Frau, eine Adelige aus Paris, drei Kinder – nein eher Jugendliche. Die Köchin, die Leib und Seele der Familie mit ihren köstlichen Gerichten zusammenhält. Ein Gutsverwalter muss auch noch her. Dann Leute aus dem Dorf. Die Waschweiber die die Wäsche zum Bleichen auf der Wiese ausbreiten. Die Erntehelfer, unten in Siedlungshäusern an der Isle wohnen. Der Doktor, der Pfarrer und der dicke Apotheker vom Nachbardorf. Ein buntes Kaleidoskop.

Der Plot und die Figurenbiografien stehen. Wobei bei Letzterem ich immer noch einiges offen lasse. Die Figuren entwickeln sich auch mit meiner Arbeit am Manuskript. Ich lasse ihnen einiges an Freiheit. Nur wenn sie Unmögliches von mir verlangen, dann pfeife ich sie zurück.

Aktueller Stand: 39 950 Wörter und ein Ende ist noch nicht in Sicht.

 

 

Geschichten die das Leben schreibt – Geschichten die erzählt werden müssen

 

Ich werde oft gefragt, wo ich denn meine Ideen für meinen Geschichten hernehme.

Nun, ganz einfach aus dem Leben. Wenn ich zum Beispiel mit dem Zug nach Bordeaux fahre, dann beobachte ich die Fahrgäste. Viele lesen, andere plaudern, einige haben intensiven Kontakt mit ihrem Handy und wieder andere starren aus dem Fenster.

Oder ich sitze in einem Bistro. Ein älteres Ehepaar, das sich nichts mehr zu sagen hat und schweigend ihren Kaffee schlürft. Eine Gruppe junger Studenten, lachend, schwatzend, fröhlich. Der Kellner, der sich mit seinem Servierbrett durch die enge Bestuhlung balanciert oder die junge Mutter die das quengelnde Kind zu beruhigen versucht.

All das speichere ich in meinem Kopf. Zu Hause setze ich mich dann hin und schreibe das Gesehene  in mein Notizbuch. Manchmal wird es eine Kurzgeschichte, (die ich aber nie veröffentliche), manchmal sind es auch nur einige kleine Szenen.

Auch eine Zeitungsmeldung kann mein Kopfkino ankurbeln.

Bis aus diesen Fragmenten die Grundlage für einen Roman gelegt ist, dauert es.

Zuerst entwickle ich die Figuren die in meinem Roman eine Rolle spielen. Wie sehen sie aus, was haben sie für Macken, Wünsche, Sehnsüchte. Wo sind sie aufgewachsen. Wer passt zu meiner Protagonistin. Dieses rothaarige Mädchen, das ich kürzlich in der Bahnhofshalle beobachten konnte? Der kleine dicke Herr, mit dem schütteren Haar? Er war so ungeduldig, als ihm der Kellner nicht gleich den Kaffee serviert hat. Den könnte ich doch als Nebenfigur in meine Geschichte einbauen.

Auf diese Weise baue ich, wie ein Architekt, Stein auf Stein zusammen. Dann muss ich mir auch noch den Ort, oder die Orte aussuchen, in dem meine Geschichte spielen soll.

Meistens nehme ich Orte, die ich bereits kenne. Manchmal hilft mir auch Papa Google.

Wenn ich das alles zusammen habe, dann geht es ans Plotten. Ist nicht unbedingt mein Ding, aber notwendig. Den Ablauf der Geschichte, der rote Faden, der Anfang und das Ende, das muss sein. Ich mache das nicht stur, sondern sehr, sehr locker. Weiß ich denn, was alles noch passieren wird, während ich schreibe? Nein, das weiß ich nicht.

Geschichten müssen reifen, meine jedenfalls, so wie Wein in den Fässern reift, bevor er trinkbar ist.

Das nächste Mal werde ich euch etwas über die Geschichte erzählen, an der ich im Moment arbeite.

Mein ganz persönliches ‘Rentrée’

Das ‘Rentrée’ findet hier in Frankreich Anfangs September statt. Dann wenn alle Franzosen wieder in ihr normales Leben zurückkehren. Ich habe im letzten Jahr ausführlich darüber berichtet. Mein ‘Rentrée’ hat vor genau vier Wochen stattgefunden.

Vier lange Wochen ist mein ‘Anna-Buch’ nun auf der Welt und muss im großen Bücherteich schwimmen lernen. Alles was ich nun tun kann, ist ihm helfen, damit es nicht unter geht.

Bei mir aber ist der normale Alltag eingekehrt. Ich habe endlich Zeit gefunden, an der nächsten Geschichte weiterzuarbeiten. Es war gar nicht so einfach, nach dem Veröffentlichungstrubel den Faden wiederzufinden. Ein paar Lesestunden vom bestehenden Manuskript waren deshalb angesagt.

Neugierig? Hier ein paar Details. Meine Geschichte spielt vor meiner Haustür, in meinem Dorf und im Nachbardorf. Amélie, meine Protagonistin, hat einen roten Bubikopf, grüne Augen, einen breiten Mund und ganz, ganz viele Sommersprossen im Gesicht. Sie mag sie nicht, diese dunklen Punkte. Doch genau das, so finde ich, macht ihr Gesicht interessant und ihr breiter Mund wird durch diese Sommersprossen weicher. Auch fällt sie mit ihrer groß gewachsenen schlanken Figur etwas aus dem Rahmen. Die Frauen in dieser Gegend sind meistens klein und rundlich. Sie liebt die butterigen Croissants, ganz besonders wenn sie frisch aus dem Ofen kommen. Ich liebe diese Dinger auch. Ansonsten, ist sie sehr selbstbewusst und schlägt sich gut durchs Leben, bis auf … nein mehr verrate ich jetzt nicht.

Eines kann ich allerdings versprechen, so lange wie auf mein ‘Anna-Buch’ müsst ihr nicht mehr warten. ‘Cross my fingers’

Für diejenigen, die einen Blick auf den Klappentext und eine Leseprobe von meinem ‘Anna-Buch’ werfen möchten, hier nochmals der Link dazu:

http://t1p.de/n63l

Mein neues Buch

Link zum Shop

Eine Detonation, weit entfernt, erschütterte die Stadt. Danach hielt die Natur den Atem an. Für Sekunden. Die erschrockene Stille endete, als das Rasseln von Panzerketten und Schüssen ertönte. Es kam näher und näher. Die Erde bebte und die Fensterscheiben klirrten. Eine Frau schrie: “Die Russen, sie sind hier.”

Über die Lektorats-Ochsentour, das Sinnieren über den Klappentext und anderen Hürden vor einer Veröffentlichung

Ich bin umgezogen. Nein, nicht wie ihr denkt, weg von Frankreich, ich bin von einer Homepage auf eine andere umgezogen. Sie hat mehr Zimmer, die alle sauber aufgeräumt sind und zudem noch viel mehr Platz haben.

Eigentlich wollte ich euch ja zusammen mit der neuen Home-Page gleichzeitig auch meinen neuen Roman präsentieren, mein ‘Anna-Buch’, doch leider hat das nicht geklappt. Ich warte immer noch auf den Probedruck. Geduld ist also weiterhin angesagt. Wie habe ich in meinem letzten Beitrag geschrieben? Was lange währt wird endlich gut!

Nach den Lektoratsdurchgängen und einem nochmaligen Durchlesen auf meinem E-Reader, um die klitzekleinsten Fehler die durchgerutscht sind, aufzuspüren, habe ich zuerst einmal aufgeatmet. Die Ochsentour war vorbei.

Dann kam das große Sinnieren über den Klappentext. Neugierig sollte er machen aber natürlich nichts verraten. Klappentext schreiben ist noch viel schwieriger als Exposé schreiben. Für letzteres hat man doch meistens zwei bis drei Seiten zur Verfügung.

Nachdem der Klappentext endlich stand, ging ich auf die Suche nach einer Cover Designerin. Es musste eine Frau sein und ich wurde fündig. Sie hat für meine Geschichte ein wundervolles Cover gezaubert. Es ist so schade, dass ich es euch noch nicht zeigen kann, aber hoffentlich ganz bald.

Mein Roman werde ich dieses Mal selbst verlegen. Also war angesagt, einen geeigneten Dienstleister zu suchen. Nur beim großen ‘A’ kam nicht in Frage. Mein Buch sollte auch über den Buchhandel bestellbar und auf allen Plattformen als E-Book erhältlich sein. Ich mach das ja zum ersten Mal, und den richtigen Dienstleister zu finden, war mit einigen Recherchen im Internet oder Fragen an liebe Autorenkollegen verbunden. Letztendlich habe ich mich entschieden und mich frohen Mutes an das Hochladen von meinem Manuskript gemacht. Und …, dann kamen die Hürden. Viele, ganz viele. Die PDF Druckvorlage hat nicht gestimmt, die Schriften waren zum Teil nicht eingebettet, das Impressum war nicht so, wie es hätte sein sollen und die Seitenzahl des Manuskripts war durch falsche Schriftwahl viel zu hoch. Ich war verzweifelt und dem Heulen nah. Sollte mein ‘Anna-Buch’ das ich mit so viel Herzblut geschrieben habe, nie das Licht der Lese-Welt erblicken?

Schlaflose Nächte, verbissenes Probieren, endlose Telefonate mit dem Dienstleister. Nach drei Wochen der Verzweiflung und mit Hilfe von meiner Lektorin, klappte es. Endlich!

Endlich konnte ich mich wieder anderen Dingen zuwenden, zum Beispiel meinen inzwischen etwas verlotterten Haushalt auf Vordermann bringen oder einfach relaxen, nichts tun, nicht mal Schreiben.

Eines weiß ich sehr wohl, ich werde nie mehr versuchen, mein Manuskript selber in ein PDF Druckformat umzuwandeln. Diesen Ehrgeiz muss ich nicht mehr haben. Das können Andere besser.

 

 

Mein Anna-Buch wird ausgehfein gemacht.

Ich arbeite zur Zeit daran,  mein Anna-Buch, wie ich es bei mir nenne, ausgehfein zu machen. Die erste Lektoratsbearbeitung ist eingetroffen und nimmt jede freie Minute in Anspruch. So muss denn einiges hintenanstehen. Aber es macht Spaß zu sehen, wie aus einem Text ein noch besserer Text wird, eben ausgehfein.

Mein Anna-Buch

Die Idee und auch die ersten Entwürfe zu dieser Geschichte, liegen schon lange zurück. Im Jahr 2007 musste ich für ‘die Schule des Schreibens in Hamburg’ bei der ich einen Belletristik Kurs belegt hatte, eine Kurzgeschichte schreiben. Das Thema war: Plot, Prämisse – und wie daraus eine Geschichte wird.

Der Kommentar von meinem Studienleiter: Dass dieses Thema, sowie auch mein Aufbau sich eher für einen Roman eigne, als für eine Kurzgeschichte. Soweit, so gut. Ich bin keine Kurzgeschichten-Schreiberin.

Einige Monate später bekam ich die Aufgabe gestellt, die Grundstruktur für einen Roman zu erarbeiten. Ganz klar, habe ich nochmals auf das Thema meiner Kurzgeschichte zurückgegriffen. Jetzt war der Studienleiter, bis auf ein paar Kleinigkeiten zufrieden mit mir.

Nun hatte ich Blut geleckt, mich hingesetzt und geschrieben was das Zeug hergab. Die Figuren waren vorhanden, jedenfalls die beiden Hauptdarsteller, den Ort gab es auch, und schon bald waren die ersten hundert Seiten voll.

Ich erhielt Gelegenheit, bei der ‘Schule des Schreibens’ die ersten dreissig Seiten von meinem zusammen mit einem Exposé an den Lektorats- und Manuskriptservice zur Begutachtung einzureichen.  Das war im Jahr 2006.

Die Rückmeldung! Nun, ich habe die hundert geschriebenen Seiten in die tiefsten Tiefen von meinem Computer verbannt und … zuerst einmal vergessen.

Einige Jahre später, bei einer großen Aufräumarbeit in meinem Computer, stieß ich auf das vergessene Manuskript. Ich las es aufmerksam durch. Das Thema war immer noch aktuell und ich begann die ganze Geschichte neu zu strukturieren. Ich arbeitete die Figuren aus, fügte weitere hinzu. Ich schrieb einen neuen Plot, ein erweitertes Arbeitsexposé, es kamen neue Handlungsorte dazu und noch vieles mehr.

Was lange währt wird endlich gut, oder auch: manches dauert oftmals etwas länger.