Mein ganz persönliches ‘Rentrée’

Das ‘Rentrée’ findet hier in Frankreich Anfangs September statt. Dann wenn alle Franzosen wieder in ihr normales Leben zurückkehren. Ich habe im letzten Jahr ausführlich darüber berichtet. Mein ‘Rentrée’ hat vor genau vier Wochen stattgefunden.

Vier lange Wochen ist mein ‘Anna-Buch’ nun auf der Welt und muss im großen Bücherteich schwimmen lernen. Alles was ich nun tun kann, ist ihm helfen, damit es nicht unter geht.

Bei mir aber ist der normale Alltag eingekehrt. Ich habe endlich Zeit gefunden, an der nächsten Geschichte weiterzuarbeiten. Es war gar nicht so einfach, nach dem Veröffentlichungstrubel den Faden wiederzufinden. Ein paar Lesestunden vom bestehenden Manuskript waren deshalb angesagt.

Neugierig? Hier ein paar Details. Meine Geschichte spielt vor meiner Haustür, in meinem Dorf und im Nachbardorf. Amélie, meine Protagonistin, hat einen roten Bubikopf, grüne Augen, einen breiten Mund und ganz, ganz viele Sommersprossen im Gesicht. Sie mag sie nicht, diese dunklen Punkte. Doch genau das, so finde ich, macht ihr Gesicht interessant und ihr breiter Mund wird durch diese Sommersprossen weicher. Auch fällt sie mit ihrer groß gewachsenen schlanken Figur etwas aus dem Rahmen. Die Frauen in dieser Gegend sind meistens klein und rundlich. Sie liebt die butterigen Croissants, ganz besonders wenn sie frisch aus dem Ofen kommen. Ich liebe diese Dinger auch. Ansonsten, ist sie sehr selbstbewusst und schlägt sich gut durchs Leben, bis auf … nein mehr verrate ich jetzt nicht.

Eines kann ich allerdings versprechen, so lange wie auf mein ‘Anna-Buch’ müsst ihr nicht mehr warten. ‘Cross my fingers’

Für diejenigen, die einen Blick auf den Klappentext und eine Leseprobe von meinem ‘Anna-Buch’ werfen möchten, hier nochmals der Link dazu:

http://t1p.de/n63l

Mein neues Buch

Link zum Shop

Eine Detonation, weit entfernt, erschütterte die Stadt. Danach hielt die Natur den Atem an. Für Sekunden. Die erschrockene Stille endete, als das Rasseln von Panzerketten und Schüssen ertönte. Es kam näher und näher. Die Erde bebte und die Fensterscheiben klirrten. Eine Frau schrie: “Die Russen, sie sind hier.”

Über die Lektorats-Ochsentour, das Sinnieren über den Klappentext und anderen Hürden vor einer Veröffentlichung

Ich bin umgezogen. Nein, nicht wie ihr denkt, weg von Frankreich, ich bin von einer Homepage auf eine andere umgezogen. Sie hat mehr Zimmer, die alle sauber aufgeräumt sind und zudem noch viel mehr Platz haben.

Eigentlich wollte ich euch ja zusammen mit der neuen Home-Page gleichzeitig auch meinen neuen Roman präsentieren, mein ‘Anna-Buch’, doch leider hat das nicht geklappt. Ich warte immer noch auf den Probedruck. Geduld ist also weiterhin angesagt. Wie habe ich in meinem letzten Beitrag geschrieben? Was lange währt wird endlich gut!

Nach den Lektoratsdurchgängen und einem nochmaligen Durchlesen auf meinem E-Reader, um die klitzekleinsten Fehler die durchgerutscht sind, aufzuspüren, habe ich zuerst einmal aufgeatmet. Die Ochsentour war vorbei.

Dann kam das große Sinnieren über den Klappentext. Neugierig sollte er machen aber natürlich nichts verraten. Klappentext schreiben ist noch viel schwieriger als Exposé schreiben. Für letzteres hat man doch meistens zwei bis drei Seiten zur Verfügung.

Nachdem der Klappentext endlich stand, ging ich auf die Suche nach einer Cover Designerin. Es musste eine Frau sein und ich wurde fündig. Sie hat für meine Geschichte ein wundervolles Cover gezaubert. Es ist so schade, dass ich es euch noch nicht zeigen kann, aber hoffentlich ganz bald.

Mein Roman werde ich dieses Mal selbst verlegen. Also war angesagt, einen geeigneten Dienstleister zu suchen. Nur beim großen ‘A’ kam nicht in Frage. Mein Buch sollte auch über den Buchhandel bestellbar und auf allen Plattformen als E-Book erhältlich sein. Ich mach das ja zum ersten Mal, und den richtigen Dienstleister zu finden, war mit einigen Recherchen im Internet oder Fragen an liebe Autorenkollegen verbunden. Letztendlich habe ich mich entschieden und mich frohen Mutes an das Hochladen von meinem Manuskript gemacht. Und …, dann kamen die Hürden. Viele, ganz viele. Die PDF Druckvorlage hat nicht gestimmt, die Schriften waren zum Teil nicht eingebettet, das Impressum war nicht so, wie es hätte sein sollen und die Seitenzahl des Manuskripts war durch falsche Schriftwahl viel zu hoch. Ich war verzweifelt und dem Heulen nah. Sollte mein ‘Anna-Buch’ das ich mit so viel Herzblut geschrieben habe, nie das Licht der Lese-Welt erblicken?

Schlaflose Nächte, verbissenes Probieren, endlose Telefonate mit dem Dienstleister. Nach drei Wochen der Verzweiflung und mit Hilfe von meiner Lektorin, klappte es. Endlich!

Endlich konnte ich mich wieder anderen Dingen zuwenden, zum Beispiel meinen inzwischen etwas verlotterten Haushalt auf Vordermann bringen oder einfach relaxen, nichts tun, nicht mal Schreiben.

Eines weiß ich sehr wohl, ich werde nie mehr versuchen, mein Manuskript selber in ein PDF Druckformat umzuwandeln. Diesen Ehrgeiz muss ich nicht mehr haben. Das können Andere besser.

 

 

Mein Anna-Buch wird ausgehfein gemacht.

Ich arbeite zur Zeit daran,  mein Anna-Buch, wie ich es bei mir nenne, ausgehfein zu machen. Die erste Lektoratsbearbeitung ist eingetroffen und nimmt jede freie Minute in Anspruch. So muss denn einiges hintenanstehen. Aber es macht Spaß zu sehen, wie aus einem Text ein noch besserer Text wird, eben ausgehfein.

Mein Anna-Buch

Die Idee und auch die ersten Entwürfe zu dieser Geschichte, liegen schon lange zurück. Im Jahr 2007 musste ich für ‘die Schule des Schreibens in Hamburg’ bei der ich einen Belletristik Kurs belegt hatte, eine Kurzgeschichte schreiben. Das Thema war: Plot, Prämisse – und wie daraus eine Geschichte wird.

Der Kommentar von meinem Studienleiter: Dass dieses Thema, sowie auch mein Aufbau sich eher für einen Roman eigne, als für eine Kurzgeschichte. Soweit, so gut. Ich bin keine Kurzgeschichten-Schreiberin.

Einige Monate später bekam ich die Aufgabe gestellt, die Grundstruktur für einen Roman zu erarbeiten. Ganz klar, habe ich nochmals auf das Thema meiner Kurzgeschichte zurückgegriffen. Jetzt war der Studienleiter, bis auf ein paar Kleinigkeiten zufrieden mit mir.

Nun hatte ich Blut geleckt, mich hingesetzt und geschrieben was das Zeug hergab. Die Figuren waren vorhanden, jedenfalls die beiden Hauptdarsteller, den Ort gab es auch, und schon bald waren die ersten hundert Seiten voll.

Ich erhielt Gelegenheit, bei der ‘Schule des Schreibens’ die ersten dreissig Seiten von meinem zusammen mit einem Exposé an den Lektorats- und Manuskriptservice zur Begutachtung einzureichen.  Das war im Jahr 2006.

Die Rückmeldung! Nun, ich habe die hundert geschriebenen Seiten in die tiefsten Tiefen von meinem Computer verbannt und … zuerst einmal vergessen.

Einige Jahre später, bei einer großen Aufräumarbeit in meinem Computer, stieß ich auf das vergessene Manuskript. Ich las es aufmerksam durch. Das Thema war immer noch aktuell und ich begann die ganze Geschichte neu zu strukturieren. Ich arbeitete die Figuren aus, fügte weitere hinzu. Ich schrieb einen neuen Plot, ein erweitertes Arbeitsexposé, es kamen neue Handlungsorte dazu und noch vieles mehr.

Was lange währt wird endlich gut, oder auch: manches dauert oftmals etwas länger.

 

Autorenleben

Autoren und natürlich auch Autorinnen führen ein ‘easy’ Leben, so heisst es allgemein. Nachdem bis in die frühen Morgenstunden fleissig in die Tastatur gehauen wurde, beginnt der Tag für sie, wenn die normal arbeitende Bevölkerung bereits zum Mittagessen schreitet.

Dann wird erst einmal ausgiebig Kaffee getrunken und die Tageszeitung nach neuen möglichen Themen für den nächsten Bestseller durchforstet. Danach geht es, wenn das Wetter es zulässt, ins nächste Café. Weil draußen sitzen, vorzugsweise unter schattenspendenden Lindenbäumen, da bekommt die Kreativität einen ganz anderen Stellenwert. Die Gedanken fliessen, ebenso der Stift, der gefühlvolle Worte in die Kladde kritzelt.

Mein Autorenleben schaut etwas anders aus. Erstens schreibe ich nicht bis in die frühen Morgenstunden und zweitens brauche ich keine Lindenbäume für meine Kreativität. Doch ich habe auch meine Rituale und die pflege ich. Zum Beispiel brauche ich zum Einstieg Musik. Je nach Szene Bach, Beethoven oder Mozart, aber auch Kuschel- oder Hardrock ist nicht selten dabei.

Wenn mein Kopf voller Musik ist, dann erst fahre ich den Computer hoch und lasse meine Finger über die Tastatur fliegen.

Meine Schreibphasen sind entweder am frühen Morgen oder am späten Nachmittag. Wenn es gut läuft, dann können es gut und gerne sechs bis sieben Stunden sein. Wenn nicht, dann quäle ich mich nicht vor dem flimmernden Bildschirm, dann ist das eben so.

Doch es gibt auch Zeiten, da schreibe ich nicht. Kein Wort. Dann lümmle ich auf der Couch, fahre in die Stadt und treffe mich mit Freundinnen zum Tratschen. Oder ich schnipple Gemüse für das Mittagessen, werkle im Garten oder male.

Solches passiert meistens dann, wenn etwas in meiner Geschichte nicht stimmt, nicht vorwärts geht, stolpert.

Im Moment bin ich in der Lümmel-Phase, aber ganz langsam löst sich der Knoten in meinem Kopf.

J wie Januar

Zum Glück ist dieser Januar bald vorüber. Die Festtage sind vorbei, die Bäuche gefüllt, der Champagner getrunken, der große ‘Hang over’ ist angekommen. Die Tage sind kurz und dunkel, die Nächte lang und kalt, die Dordogne fällt in den sprichwörtlichen Winterschlaf. Keine Feste, alle Energie wurde im Dezember verpufft.

Detox (Entgiftung) ist nun angesagt. So trinkt männiglich Kräutertee und andere Elixiere, die den Körper wieder mitmachen sollen.

Auch ich habe mich in meinen Kokon zurückgezogen. Schreiben, Malen und Fotos, die schon lange unbearbeitet auf meinem Computer liegen, und endlich bearbeitet werden sollten, bestimmen meinen Tagesablauf. Ausser …. einer Einladung. Ein jährliches Ritual, das sich seit zehn Jahren eingebürgert hat, der Suppenabend. Und alle kommen und genießen. Es ist ein einfaches Mal. Suppe, Brot und Wein. Man sitzt zusammen und die Suppe wärmt Körper und Seele.

Der Februar steht in den Startlöchern, die Tage werden wieder länger und die ersten Frühblüher strecken schon neugierig ihre Köpfe hervor. Der Frühling ist nicht mehr weit.

Landei trifft auf Grossstadt

Manchmal zieht es mich in die Ferne, manchmal muss ich mir Grossstadtwind um die Nase wehen lassen. Und mit Grossstadt meine ich eine richtig große Stadt.

Dieses Mal war Berlin angesagt. Easy, denn seit letztem Jahr fliegt die Easy Jet von Bordeaux direkt nach Berlin. Der mühsame Umweg mit Umsteigen in Paris, auf dem absolut unmöglichen Flughafen Charles de Gaules, ist nicht mehr notwendig.

Um vier Uhr früh geht es los in Richtung Flughafen. Zusammen mit sehr vielen Lastwagen kämpfe ich mich durch dichten Nebel, doch nach zwei Stunden ist das Abflugziel erreicht.

Berlin scheint auch bei den Franzosen eine beliebte Stadt zu sein, das Flugzeug ist bis auf den letzten Platz ausgebucht.

Nach zwei Stunden Flug bin ich Schönefeld gelandet und die S-Bahn bringt mich in die Stadtmitte, wo ich eine Wohnung gemietet habe. Wohnung deshalb, weil – eine Marotte von mir – ich es nicht länger als drei Tage in einem Hotel aushalte und mein Berlinaufenthalt für eine Woche geplant ist.

Der erste Tag ist einem Besuch bei ‘Dussmann’ dem Kulturkaufhaus gewidmet. Ein Kaufhaus voller Bücher. Wenn ich in Berlin bin, dann bin ich jedes Mal dort anzutreffen. Schmökern, Abtauchen und die Welt vergessen.

In Frankreich gibt es zwar auch Buchläden, ein ziemlich großer sogar in Bordeaux, doch deutschsprachige Titel sind praktisch keine zu finden.

Am Tag darauf ist ein Museumsbesuch angesagt. Auch das ein Ritual, das jedes Mal stattfindet, wenn ich diese Stadt besuche. Dieses Mal ist der ‘Hamburger Bahnhof – Museum der Gegenwartskunst’ an der Reihe. Eine Ausstellung über Ernst Ludwig Kirchner, Kopf der expressionistischen Künstlergruppe ‘Brücke’, der zu den prägenden Künstlern der klassischen Moderne gehörte. Siebzehn Bilder mit den entsprechenden Skizzen, aus denen die Bilder entstanden sind, wurden gezeigt und haben meinen Kunsthunger befriedigt.

Das Sony Center mit seiner extravaganten Architektur, der Potsdamer Platz, den ich noch aus der Zeit vor dem Mauerfall erlebt habe, überhaupt, die Veränderungen die diese Stadt in den letzten Jahren erfahren hat, überwältigt mich jedes Mal wieder aufs Neue.

Ich habe Freunde, die ich bei meinem letzten Berlinbesuch kennengelernt habe,  wieder getroffen. Wir haben Curry Wurst gegessen, beim ‘Fassbinder & Rausch, einem Chocolatiers am Gendarmenmarkt heisse Schokolade getrunken, (sehr lecker),  im Nikolai Viertel die Eckkneipen unsicher gemacht. Buletten mit Bratkartoffeln, Sülze mit Bratkartoffeln oder Sauerbraten mit Rotkohl, die Auswahl war riesig.

Wieviele Kilometer ich in dieser Woche zurückgelegt habe weiß ich nicht, ich habe aufgehört sie zu zählen.

Nach einer Woche hatte ich genug Grossstadtluft geschnuppert. Ich habe viele neue Eindrücke in meinem Kopf gespeichert. Schöne, aber auch weniger schöne, die man leider in jeder Stadt antrifft.

Nun hat mich das Landleben und die Langsamkeit wieder.

Frankfurter Buchmesse 2016

Zum zweiten Mal habe ich diese Messe aller Buchmessen besucht und einmal mehr war ich erschlagen. Bücher, Bücher, Bücher!

In diesem Jahr wollte ich tiefer in diese Bücherwelt eintauchen und habe mir deshalb im Vorfeld ein straffes Programm auferlegt.

Akribisch habe ich mir notiert, welche Vorträge und welche Verlage ich mir anhören, respektive ansehen wollte. Ich wollte auch in Erfahrung bringen, in welche Richtung sich die Genre’s bewegen. Sind es immer noch Krimis und Thriller, oder ist der amerikanische Trend der ‘Young Adult’s’ schon in Europa angekommen.

Ich bin zu keinem hundertprozentigem Ergebnis gekommen, doch Krimis und Thriller sind immer noch in den ersten Rängen zu finden. Aber die anderen Genre’s, so scheint mir, holen gewaltig auf. Und das ist auch gut so. Jede Leserin und jeder Leser kann sein ‘Buch’ finden und in eine andere Welt eintauchen.

Am Donnerstag, kurz nach zehn Uhr betrat ich die heiligen Hallen der Bücher. Die Wege sind immer noch lang – zum Glück gibt es Laufbänder – so dass man die Füße etwas schonen kann.

In den Hallen herrschte noch kein Gedränge und die Verlagsleute hatten Zeit und ein offenes Ohr für meine Fragen. Die Vorträge waren zwar schon gut besucht, aber auch hier konnte ich ohne Mühe einen Sitzplatz ergattern und meinen, inzwischen schon leicht angeschlagenen Füßen, etwas Erholung gönnen.

Am Nachmittag war ein Durchkommen schon schwieriger. Doch ich konnte schon am ersten Messetag einen großen Teil von meiner ‘To-do-Liste’ abarbeiten. So hatte ich am Freitag Zeit, mich treiben und auch schieben zu lassen.

Da gab es die Self-Publischer Ecke, die mit Stolz ihre Werke präsentierten. Ein ‘Gewusel’. Umarmungen. “Schön dich wieder zu sehen”. “Lass uns ein Foto machen”. Fröhlichkeit. Leichtigkeit.

Nebenan die Publikumsverlage, die mit ernsten Gesichtern Verträge mit ihren Autoren oder Agenten diskutierten.

Ich finde es toll, dass die Self-Publisher Gelegenheit bekommen haben, Teil von dieser Messe zu sein.

Die Abende waren dann meinem persönlichen ‘Meet and Greet’ gewidmet. FB Freunde, die ich endlich mal persönlich kennenlernen durfte. Alte Bekannte die ich wieder umarmen konnte.

Es war eine Facettenreiche Buchmesse und ich bin sicher, dass ich nicht das letzte Mal dort war. Ganz besonders da im nächsten Jahr Frankreich, meine jetzige Heimat, der Ehrengast sein wird.

 

Die Figuren machen die Geschichte

Schreibratgeber sagen mir, wie ich meine Protagonisten ins rechte Licht rücken soll. Wie ich den Handlungsverlauf zu konstruieren habe und ‘die Seele der Nacht’ an der richtigen Stelle in der Drei-Akt-Struktur platzieren sollte.

Ich lese diese Ratgeber gerne, sie sind informativ, hilfreich und teilweise sehr witzig geschrieben. Von jedem picke ich mir das heraus, was für mich nützlich sein könnte.

Zur Zeit bastle an einer neuen Geschichte. Das ist für mich einer der tollen Schreibmomente, obwohl ich noch gar nicht schreibe, sondern mich mit den Figuren auseinandersetze die in meinem Roman-Orchester mitspielen werden. ‘Wetteifern mit Gott: Die Erschaffung faszinierender Menschen’ (Über das Schreiben von Sol Stein).

Ich weiss zwar, was ich erzählen will, aber meine Figuren kenne ich noch nicht oder nur sehr schwammig.

Deshalb führe ich lange Interview’s mit ihnen. Alles will ich wissen. Wo sie geboren und aufgewachsen sind. Ihre Schwächen und Stärken. Ich will wissen wie die Schulzeit für sie gewesen ist, ob sie viele Freunde haben. Ob sie Ängste plagen, ob es etwas gibt das sie traurig macht.

Natürlich schaue ich auch auf das Äussere. Sind sie groß, klein, dick oder dünn? Dann frage ich sie, ob sie damit zufrieden sind oder lieber anders aussehen möchten. Ich frage sie auch nach ihren Zukunftsplänen.

Bei manchen bekomme ich sofort eine ehrliche Antwort, bei manchen dauert es etwas länger.

Das ist weiter nicht schlimm, ich kann warten.

Erst wenn alle meine Figuren Leben angenommen haben, mit mir sprechen, mir den Vogel zeigen, weil ich versucht habe, sie in ein Korsett zu zwängen, erst dann kann ich einen Handlungsverlauf entwerfen. Einen lockeren zwar nur, weil ich ihnen auch während des Schreibens zugestehe, manchmal eigene Wege, die nicht vorgesehen waren, einzuschlagen.

Ich bin gespannt wie es weitergeht und werde natürlich von Zeit zu Zeit darüber berichten.

Schreibratgeber sagen mir, wie ich meine Protagonisten ins rechte Licht rücken soll. Wie ich den Handlungsverlauf zu konstruieren habe und ‘die Seele der Nacht’ an der richtigen Stelle in der Drei-Akt-Struktur platzieren sollte.

Ich lese diese Ratgeber gerne, sie sind informativ, hilfreich und teilweise sehr witzig geschrieben. Von jedem picke ich mir das heraus, was für mich nützlich sein könnte.

Zur Zeit bastle an einer neuen Geschichte. Das ist für mich einer der tollen Schreibmomente, obwohl ich noch gar nicht schreibe, sondern mich mit den Figuren auseinandersetze die in meinem Roman-Orchester mitspielen werden. ‘Wetteifern mit Gott: Die Erschaffung faszinierender Menschen’ (Über das Schreiben von Sol Stein).

Ich weiss zwar, was ich erzählen will, aber meine Figuren kenne ich noch nicht oder nur sehr schwammig.

Deshalb führe ich lange Interview’s mit ihnen. Alles will ich wissen. Wo sie geboren und aufgewachsen sind. Ihre Schwächen und Stärken. Ich will wissen wie die Schulzeit für sie gewesen ist, ob sie viele Freunde haben. Ob sie Ängste plagen, ob es etwas gibt das sie traurig macht.

Natürlich schaue ich auch auf das Äussere. Sind sie groß, klein, dick oder dünn? Dann frage ich sie, ob sie damit zufrieden sind oder lieber anders aussehen möchten. Ich frage sie auch nach ihren Zukunftsplänen.

Bei manchen bekomme ich sofort eine ehrliche Antwort, bei manchen dauert es etwas länger.

Das ist weiter nicht schlimm, ich kann warten.

Erst wenn alle meine Figuren Leben angenommen haben, mit mir sprechen, mir den Vogel zeigen, weil ich versucht habe, sie in ein Korsett zu zwängen, erst dann kann ich einen Handlungsverlauf entwerfen. Einen lockeren zwar nur, weil ich ihnen auch während des Schreibens zugestehe, manchmal eigene Wege, die nicht vorgesehen waren, einzuschlagen.

Ich bin gespannt wie es weitergeht und werde natürlich von Zeit zu Zeit darüber berichten.

La Rentrée

Überall in den großen Einkaufsläden werden zur Zeit die Verkaufsregale für das ‘La Rentrée’, zu Deutsch die ‘Rückkehr’, aufgefüllt. Das obwohl die Schule erst anfangs September wieder beginnt.

Man sieht Mütter und auch Väter, die zusammen mit ihrem Nachwuchs durch die Gänge streifen und suchend ihre Blicke über die Angebote schweifen lassen.

Hefte, Ringhefte und Blöcke in allen Farben und Größen. Schachteln zum Verstauen von hunderterlei Dingen. Bleistifte, Kugelschreiber und Farbstifte. Schultornister, die wie Bergsteigerrucksäcke aussehen, und teilweise so groß sind, dass ich mir nicht vorstellen kann, wie ein Erstklässler einen solchen Rucksack auch nur ohne hinzufallen, mehr als hundert Meter tragen kann.

‘La Rentrée’ ist aber nicht nur für die Schüler ein wichtiger Tag. Auch die Büroangestellten, die Bänkler, die Frisöre, die Kassiererinnen möchten ihre frisch erworbene Bräune im besten Licht präsentieren.

So wirbt denn die Kosmetikindustrie für neue Make-ups und passende Lippenstifte die die Gesichtsbräune unterstreichen sollen. Die Sommermode mit den fast durchsichtigen Tops wird gegen etwas gedecktere Kleidung ausgetauscht, weil die Septembermorgen doch schon recht frisch sein können. Auch hier werden die Farben auf den Ferienteint abgestimmt. Orange, so habe ich kürzlich in einer führenden Modezeitschrift gelesen, soll die diesjährige Farbe für das ‘La Rentrée’ sein.

Die Haare! Die haben im Gegensatz zum Gesicht gelitten. Sie sind strohig und ausgebleicht von der Sonne, dem Wind und dem Salzwasser geworden und der Schnitt ist in den vier Ferienwochen herausgewachsen.

Die Frisöre alle Hände voll zu tun, aus den Wuschelköpfen wieder Frisuren zu zaubern, die dem ‘Rentrée’ gerecht werden.

Da habe ich es einfacher. Bei mir findet kein ‘Rentrée’ statt. Ich kann mich in ausgebeulten Trainingshosen an meinen Schreibtisch setzen, der nicht in einem Bürohaus, sondern bei mir zu Hause ist.

Doch ich freue mich trotzdem auf das ‘Rentrée’, denn dann kommt endlich meine ‘Perle’ aus ihren Ferien zurück. Vier Augustwochen sind eine lange Zeit.