Mein Baum in Berlin

Bahnhof Berlin – Warschauer Straße

Ich bin immer mal wieder in Berlin. Hotels liebe ich nicht besonders, deshalb miete ich mir meistens eine Wohnung. Das letzte Mal habe ich eine an der Warschauer Straße gefunden. Parterre, zweiter Hinterhof.

Wenn ich an der Warschauer Straße aus der S-Bahn aussteige, mich mit den hundert anderen Menschen die steile Treppe hoch quäle, oben zuerst ausser Atem stehen bleiben muss (das kommt bei mir nicht oft vor) und dann die Warschauer Straße hinunter zu der angemieteten Wohnung laufe, komme ich an einem kleinen Platz vorbei. Die Erde ist festgestampft, kein einziger Grashalm wächst mehr darauf, nur in der Mitte des Platzes steht ein Baum. Ein alter Baum.

Meistens hocken Penner an den Baumstamm gelehnt und lassen die Flasche kreisen. Althippies, Junkies und Jungendliche die eigentlich in der Schule sein sollten, treiben sich auf dem Platz herum.

Dieser Baum und diese Ecke haben mich zu meinem nächsten Roman inspiriert. Ihr wisst ja, Geschichten liegen auf der Straße. Das Manuskript ist jetzt im Lektorat. Das Cover und der Klappentext steht. Ich bin schon etwas hibbelig. Es ist so ein ganz anderes Genre, als das was ich bis jetzt geschrieben habe. Und es hat mich teilweise sehr mitgenommen. Mich im Bett wälzen lassen, mir den Schlaf geraubt.

Aber meiner Devise ‘Was wäre das Leben, hätten wir nicht den Mut, etwas zu riskieren’ der bleibe ich treu.

Und genau deswegen bin ich gerne Selfpublisherin. Ich darf mich ausprobieren. Ich darf schreiben was ich auch gerne lesen möchte. Und ich lese gerne Geschichten über das Leben. Weil unser Leben nicht immer gradlinig verläuft, sondern es Hochs und Tiefs darin gibt. Hochs die uns Flügel verleihen und Tiefs die wir überwinden müssen.

Wann mein neues Baby veröffentlicht wird, weiß ich noch nicht. Ich werde euch rechtzeitig informieren.


Wienerschnitzel, Tafelspitz und Palatschinken

Ich bin in Wien gewesen, was von Bordeaux nach Wien fast eine Weltreise bedeutet, aber ich wollte dorthin. Ich wollte nämlich unbedingt meine Lektorin persönlich kennenlernen. Facebook und all die anderen Social Media Kommunikationskanäle sind okay, doch ein persönliches Kennenlernen, na ihr wisst schon.

Bordeaux – Paris Orly. Dann Flughafenwechsel nach Charles de Gaulle über die Stadtautobahn rund um Paris. Zittern und Bibbern. Schafft es der Bus rechtzeitig? Er hat!

Erneutes Einchecken,  Handgepäck öffnen, Kosmetikbeutel auf das Band legen. Natürlich auch Fotoapparat, Handy und all die elektronischen Geräte, die  auf jede Reise mitmüssen. Dann Schuhe ausziehen und durch die Sicherheitsschleuse gehen.

Nachdem ich auch das hinter mich gebracht und meinen Sitz in der ‘Kategorie Holzbank’ gefunden hatte, konnte ich endlich entspannt zurücklehnen und mich auf Wien freuen.

Die Stadt hat mich sehr freundlich empfangen. Der Taxichauffeur erklärte mir im schönsten Wienerdialekt die Sehenswürdigkeiten links und rechts der Autobahn. Nun, zu sehen war allerdings nicht so viel, denn die Nacht hatte sich bereits über Wien ausgebreitet.

In einem alten Wohnhaus, mitten in der Altstadt, wohnt Elsa Rieger, meine Lektorin. Nur einen Augenblick des Zögerns, und der Funke ist sofort übergesprungen. Wir haben gelacht, über das Schreiben und über wunderbare Bücher gesprochen.

Eine Stadt die ich nicht kenne, entdecke ich am liebsten, indem ich mich treiben lasse, durch die Gassen schlendere, meine Nase an den Schaufenstern platt drücke, irgendwo einen Kaffee und ein Stück Kuchen genießen.

Kaffee- und Kuchenmässig hat Wien einiges zu bieten. Zum Beispiel, Kaffee mit Schlagobers und einem Schuss Marillenlikör, und das schon am frühen Morgen, und dazu ein kleines Törtchen. Himmlisch!

Natürlich habe ich auch Wiener Schnitzel und Tafelspitz genossen. Den Palatschinken hebe ich mir für den nächsten Besuch auf, der hatte keinen Platz mehr.

Leider verging das Wochenende viel zu schnell. Das Hundertwasser Museum, Belvedere, der Naschmarkt, und, und, und … aber das Wichtigste für mich war, ich habe meine Lektorin kennen gelernt und ich bin überzeugt, dass auch meine nächste Geschichte bei ihr in den besten Händen ist.