Geschichten die das Leben schreibt – Geschichten die erzählt werden müssen

 

Ich werde oft gefragt, wo ich denn meine Ideen für meinen Geschichten hernehme.

Nun, ganz einfach aus dem Leben. Wenn ich zum Beispiel mit dem Zug nach Bordeaux fahre, dann beobachte ich die Fahrgäste. Viele lesen, andere plaudern, einige haben intensiven Kontakt mit ihrem Handy und wieder andere starren aus dem Fenster.

Oder ich sitze in einem Bistro. Ein älteres Ehepaar, das sich nichts mehr zu sagen hat und schweigend ihren Kaffee schlürft. Eine Gruppe junger Studenten, lachend, schwatzend, fröhlich. Der Kellner, der sich mit seinem Servierbrett durch die enge Bestuhlung balanciert oder die junge Mutter die das quengelnde Kind zu beruhigen versucht.

All das speichere ich in meinem Kopf. Zu Hause setze ich mich dann hin und schreibe das Gesehene  in mein Notizbuch. Manchmal wird es eine Kurzgeschichte, (die ich aber nie veröffentliche), manchmal sind es auch nur einige kleine Szenen.

Auch eine Zeitungsmeldung kann mein Kopfkino ankurbeln.

Bis aus diesen Fragmenten die Grundlage für einen Roman gelegt ist, dauert es.

Zuerst entwickle ich die Figuren die in meinem Roman eine Rolle spielen. Wie sehen sie aus, was haben sie für Macken, Wünsche, Sehnsüchte. Wo sind sie aufgewachsen. Wer passt zu meiner Protagonistin. Dieses rothaarige Mädchen, das ich kürzlich in der Bahnhofshalle beobachten konnte? Der kleine dicke Herr, mit dem schütteren Haar? Er war so ungeduldig, als ihm der Kellner nicht gleich den Kaffee serviert hat. Den könnte ich doch als Nebenfigur in meine Geschichte einbauen.

Auf diese Weise baue ich, wie ein Architekt, Stein auf Stein zusammen. Dann muss ich mir auch noch den Ort, oder die Orte aussuchen, in dem meine Geschichte spielen soll.

Meistens nehme ich Orte, die ich bereits kenne. Manchmal hilft mir auch Papa Google.

Wenn ich das alles zusammen habe, dann geht es ans Plotten. Ist nicht unbedingt mein Ding, aber notwendig. Den Ablauf der Geschichte, der rote Faden, der Anfang und das Ende, das muss sein. Ich mache das nicht stur, sondern sehr, sehr locker. Weiß ich denn, was alles noch passieren wird, während ich schreibe? Nein, das weiß ich nicht.

Geschichten müssen reifen, meine jedenfalls, so wie Wein in den Fässern reift, bevor er trinkbar ist.

Das nächste Mal werde ich euch etwas über die Geschichte erzählen, an der ich im Moment arbeite.

Mein ganz persönliches ‘Rentrée’

Das ‘Rentrée’ findet hier in Frankreich Anfangs September statt. Dann wenn alle Franzosen wieder in ihr normales Leben zurückkehren. Ich habe im letzten Jahr ausführlich darüber berichtet. Mein ‘Rentrée’ hat vor genau vier Wochen stattgefunden.

Vier lange Wochen ist mein ‘Anna-Buch’ nun auf der Welt und muss im großen Bücherteich schwimmen lernen. Alles was ich nun tun kann, ist ihm helfen, damit es nicht unter geht.

Bei mir aber ist der normale Alltag eingekehrt. Ich habe endlich Zeit gefunden, an der nächsten Geschichte weiterzuarbeiten. Es war gar nicht so einfach, nach dem Veröffentlichungstrubel den Faden wiederzufinden. Ein paar Lesestunden vom bestehenden Manuskript waren deshalb angesagt.

Neugierig? Hier ein paar Details. Meine Geschichte spielt vor meiner Haustür, in meinem Dorf und im Nachbardorf. Amélie, meine Protagonistin, hat einen roten Bubikopf, grüne Augen, einen breiten Mund und ganz, ganz viele Sommersprossen im Gesicht. Sie mag sie nicht, diese dunklen Punkte. Doch genau das, so finde ich, macht ihr Gesicht interessant und ihr breiter Mund wird durch diese Sommersprossen weicher. Auch fällt sie mit ihrer groß gewachsenen schlanken Figur etwas aus dem Rahmen. Die Frauen in dieser Gegend sind meistens klein und rundlich. Sie liebt die butterigen Croissants, ganz besonders wenn sie frisch aus dem Ofen kommen. Ich liebe diese Dinger auch. Ansonsten, ist sie sehr selbstbewusst und schlägt sich gut durchs Leben, bis auf … nein mehr verrate ich jetzt nicht.

Eines kann ich allerdings versprechen, so lange wie auf mein ‘Anna-Buch’ müsst ihr nicht mehr warten. ‘Cross my fingers’

Für diejenigen, die einen Blick auf den Klappentext und eine Leseprobe von meinem ‘Anna-Buch’ werfen möchten, hier nochmals der Link dazu:

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Mein neues Buch

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Eine Detonation, weit entfernt, erschütterte die Stadt. Danach hielt die Natur den Atem an. Für Sekunden. Die erschrockene Stille endete, als das Rasseln von Panzerketten und Schüssen ertönte. Es kam näher und näher. Die Erde bebte und die Fensterscheiben klirrten. Eine Frau schrie: “Die Russen, sie sind hier.”

Über die Lektorats-Ochsentour, das Sinnieren über den Klappentext und anderen Hürden vor einer Veröffentlichung

Ich bin umgezogen. Nein, nicht wie ihr denkt, weg von Frankreich, ich bin von einer Homepage auf eine andere umgezogen. Sie hat mehr Zimmer, die alle sauber aufgeräumt sind und zudem noch viel mehr Platz haben.

Eigentlich wollte ich euch ja zusammen mit der neuen Home-Page gleichzeitig auch meinen neuen Roman präsentieren, mein ‘Anna-Buch’, doch leider hat das nicht geklappt. Ich warte immer noch auf den Probedruck. Geduld ist also weiterhin angesagt. Wie habe ich in meinem letzten Beitrag geschrieben? Was lange währt wird endlich gut!

Nach den Lektoratsdurchgängen und einem nochmaligen Durchlesen auf meinem E-Reader, um die klitzekleinsten Fehler die durchgerutscht sind, aufzuspüren, habe ich zuerst einmal aufgeatmet. Die Ochsentour war vorbei.

Dann kam das große Sinnieren über den Klappentext. Neugierig sollte er machen aber natürlich nichts verraten. Klappentext schreiben ist noch viel schwieriger als Exposé schreiben. Für letzteres hat man doch meistens zwei bis drei Seiten zur Verfügung.

Nachdem der Klappentext endlich stand, ging ich auf die Suche nach einer Cover Designerin. Es musste eine Frau sein und ich wurde fündig. Sie hat für meine Geschichte ein wundervolles Cover gezaubert. Es ist so schade, dass ich es euch noch nicht zeigen kann, aber hoffentlich ganz bald.

Mein Roman werde ich dieses Mal selbst verlegen. Also war angesagt, einen geeigneten Dienstleister zu suchen. Nur beim großen ‘A’ kam nicht in Frage. Mein Buch sollte auch über den Buchhandel bestellbar und auf allen Plattformen als E-Book erhältlich sein. Ich mach das ja zum ersten Mal, und den richtigen Dienstleister zu finden, war mit einigen Recherchen im Internet oder Fragen an liebe Autorenkollegen verbunden. Letztendlich habe ich mich entschieden und mich frohen Mutes an das Hochladen von meinem Manuskript gemacht. Und …, dann kamen die Hürden. Viele, ganz viele. Die PDF Druckvorlage hat nicht gestimmt, die Schriften waren zum Teil nicht eingebettet, das Impressum war nicht so, wie es hätte sein sollen und die Seitenzahl des Manuskripts war durch falsche Schriftwahl viel zu hoch. Ich war verzweifelt und dem Heulen nah. Sollte mein ‘Anna-Buch’ das ich mit so viel Herzblut geschrieben habe, nie das Licht der Lese-Welt erblicken?

Schlaflose Nächte, verbissenes Probieren, endlose Telefonate mit dem Dienstleister. Nach drei Wochen der Verzweiflung und mit Hilfe von meiner Lektorin, klappte es. Endlich!

Endlich konnte ich mich wieder anderen Dingen zuwenden, zum Beispiel meinen inzwischen etwas verlotterten Haushalt auf Vordermann bringen oder einfach relaxen, nichts tun, nicht mal Schreiben.

Eines weiß ich sehr wohl, ich werde nie mehr versuchen, mein Manuskript selber in ein PDF Druckformat umzuwandeln. Diesen Ehrgeiz muss ich nicht mehr haben. Das können Andere besser.

 

 

Mein Anna-Buch wird ausgehfein gemacht.

Ich arbeite zur Zeit daran,  mein Anna-Buch, wie ich es bei mir nenne, ausgehfein zu machen. Die erste Lektoratsbearbeitung ist eingetroffen und nimmt jede freie Minute in Anspruch. So muss denn einiges hintenanstehen. Aber es macht Spaß zu sehen, wie aus einem Text ein noch besserer Text wird, eben ausgehfein.

Mein Anna-Buch

Die Idee und auch die ersten Entwürfe zu dieser Geschichte, liegen schon lange zurück. Im Jahr 2007 musste ich für ‘die Schule des Schreibens in Hamburg’ bei der ich einen Belletristik Kurs belegt hatte, eine Kurzgeschichte schreiben. Das Thema war: Plot, Prämisse – und wie daraus eine Geschichte wird.

Der Kommentar von meinem Studienleiter: Dass dieses Thema, sowie auch mein Aufbau sich eher für einen Roman eigne, als für eine Kurzgeschichte. Soweit, so gut. Ich bin keine Kurzgeschichten-Schreiberin.

Einige Monate später bekam ich die Aufgabe gestellt, die Grundstruktur für einen Roman zu erarbeiten. Ganz klar, habe ich nochmals auf das Thema meiner Kurzgeschichte zurückgegriffen. Jetzt war der Studienleiter, bis auf ein paar Kleinigkeiten zufrieden mit mir.

Nun hatte ich Blut geleckt, mich hingesetzt und geschrieben was das Zeug hergab. Die Figuren waren vorhanden, jedenfalls die beiden Hauptdarsteller, den Ort gab es auch, und schon bald waren die ersten hundert Seiten voll.

Ich erhielt Gelegenheit, bei der ‘Schule des Schreibens’ die ersten dreissig Seiten von meinem zusammen mit einem Exposé an den Lektorats- und Manuskriptservice zur Begutachtung einzureichen.  Das war im Jahr 2006.

Die Rückmeldung! Nun, ich habe die hundert geschriebenen Seiten in die tiefsten Tiefen von meinem Computer verbannt und … zuerst einmal vergessen.

Einige Jahre später, bei einer großen Aufräumarbeit in meinem Computer, stieß ich auf das vergessene Manuskript. Ich las es aufmerksam durch. Das Thema war immer noch aktuell und ich begann die ganze Geschichte neu zu strukturieren. Ich arbeitete die Figuren aus, fügte weitere hinzu. Ich schrieb einen neuen Plot, ein erweitertes Arbeitsexposé, es kamen neue Handlungsorte dazu und noch vieles mehr.

Was lange währt wird endlich gut, oder auch: manches dauert oftmals etwas länger.