Meine Reise nach Marseille – Belle de Mai, Le Panier und die Cathédrale de la Major

Alt-Text: Blühende Bougainvillea in einer Gasse von Le Panier in Marseille
Als ich Anfang Juni den Beitrag „Eine Autorin geht auf Reisen“ veröffentlicht habe, wusste ich noch nicht, welche Eindrücke und Fotos ich mit nach Hause bringen würde.
Friche de Belle de Mai – ein anderes Marseille

Alt-Text: Innenhof der Friche de Belle de Mai in Marseille mit urbaner Atmosphäre
Die Koffer sind längst ausgepackt. Marseille dagegen arbeitet noch immer in mir. Und es gibt Bilder, die mir ein ganz anderes Marseille gezeigt haben. Ein Marseille, das so nicht im Reiseführer beschrieben ist.
Deshalb beschloss ich, zur Friche Belle de Mai zu fahren. Ein Ort, den auch meine Protagonistin Ariane „Nähe ist kein Zuhause“ immer wieder aufsucht – auf der Suche nach dem Marseille jenseits der bekannten Sehenswürdigkeiten.
Ein Ort zwischen Kulturzentrum, Kunstlabor und kreativem Freiraum. Hier treffen Street Art, Ausstellungen, Ateliers und urbane Experimente aufeinander.

Alt-Text: Street Art an einer Wand in der Friche de Belle de Mai in Marseille
Also bestieg ich kurzerhand die Bus Nr. 34, der mich dorthin bringen sollte. Schon die Fahrt fühlte sich wie eine kleine Reise in eine andere Welt an. Um mich herum wurde fast nur Arabisch gesprochen. Familien, Frauen mit Kopftüchern, lebhafte Gespräche und ein Sprachgewirr aus Arabisch und Französisch. Ich war die einzige Touristin im Bus und fühlte mich für einen Moment eher wie in Algier als in Marseille.

Alt-Text: Marktszene in Marseille mit nordafrikanischen Einflüssen auf dem Weg zur Friche de Belle de Mai
Von der Haltestelle aus führte mich mein Weg über einen Markt, auf dem sich die nordafrikanischen Einflüsse der Stadt besonders deutlich zeigten. Zwischen Ständen, Stimmen und Gerüchen wähnte ich mich plötzlich auf einem nordafrikanischen Markt.
Marseille zeigte mit an diesem Vormittag ein Gesicht, das mit den Postkartenmotiven am Alten-Hafen wenig gemeinsam hatte.

Alt-Text: Lebhafter Markt in Marseille mit Ständen und Menschen auf dem Weg zur Friche de Belle de Mai
Zurück nach Saint-Charles
Irgendwann führte mich der Weg zurück ins andere Marseille, zum Bahnhof Saint-Charles. Nicht weil ich abreisen wollte, nein – ich wollte die monumentale Treppe noch einmal sehen. Sie verbindet nicht nur den Bahnhof mit der Stadt, sondern auch Vergangenheit und Gegenwart, Ankunft und Aufbruch.

Alt-Text: Monumentale Treppe am Bahnhof Saint-Charles in Marseille
Mein letzter Tag in Marseille

Alt-Text: Enge Gasse im Viertel Le Panier in Marseille mit einer sitzenden Frau
Nach Belle de Mai zeigte sich Marseille noch einmal von einer ganz anderen Seite.
Obwohl ich schon mehrmals durch diese engen Gassen gelaufen bin, entdecke ich jedes Mal etwas Neues. Kleine Ateliers, Kunst hinter unscheinbaren Fassaden und immer wieder diese Mischung aus Geschichte, Licht und Leben. Das Panier verändert sich ständig und bleibt sich doch treu.
Dieses Stück Marseille hat auch Ariane in „Nähe ist kein Zuhause“ begleitet. Zwischen den verwinkelten Gassen wurde ihr langsam bewusst, dass Heimat kein Ort ist, sondern etwas, das man in sich trägt.

Alt-Text: Alte geöffnete Holztür in einer Gasse von Le Panier in Marseille
In der Stille der Cathédrale de la Major

Alt-Text: Blick auf die Kathedrale de la Major in Marseille zwischen den Häusern
Vom Panier führte mich der Weg zur Kathedrale de la Major.Dieses Mal habe ich keine lange Besichtigung gemacht. Ich habe mich einfach auf eine Bank gesetzt, die Stille genossen. Zwischen den Seitenkapellen brannten Kerzen vor den Statuen der Heiligen. Das Licht flackerte in der Dunkelheit, während draussen die Mittagshitze über dem Vorplatz der Kathedrale lag.
In einem der Seitenflügel wurde eine Messe gesungen. Ich verstand kein Wort, und doch blieb etwas bei mir zurück. Vielleicht die Erinnerung daran, dass Hoffnung nicht laut sein muss. Manchmal genügt eine Stimme in einer stillen Kirche, um daran zu glauben, dass nicht alles verloren ist.
Diese Stadt lässt mich nicht los

Alt-Text: Blick auf den Alten Hafen, im Hintergrund Häuser von Marseille
Die Koffer sind längst ausgepackt. Die Fotos sortiert. Doch irgendwas von Marseille reist noch immer mit mir weiter.
Vielleicht ist das der eigentliche Grund, warum ich immer wieder dorthin zurückkehre: Marseille erzählt weiter, auch wenn ich längst wieder zu Hause bin.
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