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Autorin geht auf Reisen: Auf den Spuren meiner Figuren in Marseille

Marseille – manchmal beginnt eine Geschichte erst richtig, wenn man ihren Straßen folgt

Alt-Text: Altstadt von Marseille, Schaulatz eines Romans von Verena Dahms

In diesem Beitrag schreibe ich über meine Recherchereise nach Marseille, dem Schauplatz meines kommenden Romans „Nähe ist kein Zuhause“

Manchmal muss man als Autorin den Schreibtisch verlassen.

Nicht, weil die Geschichte dort nicht weitergehen würde. Im Gegenteil. Oft arbeitet sie gerade dann weiter, wenn man den Laptop zuklappt, den Koffer packt und sich auf den Weg macht.

Für mich geht es in den nächsten Tagen nach Marseille. Nicht einfach nur ans Meer, nicht nur in eine Stadt, die ich sehr mag, sondern auf die Spuren meiner Figuren. Ariane, Laurent, Camille – sie alle haben sich in meinen Kopf geschrieben, aber Marseille ist der Ort, an dem sie atmen.

Ich möchte durch Straßen gehen, die ich bisher nur beschrieben habe. Möwen hören. Licht sehen. Gerüche aufnehmen. Vielleicht auch feststellen, dass manche Szene anders werden muss, weil die Wirklichkeit stärker ist als jede Vorstellung.

Ob ich dort viel schreiben werde, weiß ich nicht. Vielleicht mache ich nur Notizen. Vielleicht sammle ich Bilder. Vielleicht gehe ich einfach durch die Stadt und lasse sie erzählen.

Denn manchmal ist Recherche nicht nur Recherche.

Manchmal ist sie ein Wiedersehen mit einer Geschichte, bevor sie ganz fertig ist.

Warum Marseille?

Marseille ist für mich keine Kulisse, die man einfach austauschen könnte. Die Stadt hat eine eigene Stimme. Sie ist hell und rau, schön und widersprüchlich, laut und zugleich voller stiller Winkel.

Genau deshalb passt sie zu meiner Geschichte. Zu Ariane, die in Marseille nicht nur ankommt, sondern sich selbst neu begegnet. Zu Laurent, zu Camille, zu all den unausgesprochenen Fragen, die zwischen Paris und dem Süden stehen.

Ich reise also nicht nur als Besucherin nach Marseille.

Ich reise auch als Autorin dorthin.

Mit offenen Augen, einem Notizbuch im Gepäck und der Hoffnung, dass mir die Stadt noch ein paar ihrer Geheimnisse zuflüstert.


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Schreiben ist eine köstliche Sache, nicht mehr sich selbst zu sein, sich aber in einem Universum zu bewegen, das man selbst geschaffen hat. (Gustave Flaubert)

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