Verena Dahms Autorenseite

Wenn ein Roman endet

Und der Frühling beginnt

Frühlingsbeginn mit ersten Knospen – Symbol für einen Neuanfang nach dem Schreiben eines Romans

Einleitung

Was passiert eigentlich, wenn ein Roman zu Ende geschrieben ist?

Viele stellen sich diesen Moment als Höhepunkt vor.

Als etwas Großes. Sichtbares.

Doch in Wirklichkeit beginnt genau dort etwas ganz anderes.

Der Moment nach dem letzten Satz

Es ist kein großer Moment.

Kein Applaus. Kein Feuerwerk.

Nur dieser eine Satz.

Der letzte.

Ich schreibe ihn, lese ihn noch einmal, ändere vielleicht ein Wort,

und dann schließe ich das Dokument.

Danach: Stille.

Nicht die angenehme Stille eines ruhigen Morgens, sondern eine andere.

Eine, in der etwas fehlt.

Die Stimmen sind weg.

Die Gedanken, die mich Wochen – manchmal Monate – begleitet haben, lösen sich.

Als hätten die Figuren den Raum verlassen, ohne die Tür hinter sich zu schließen.

Ich bleibe zurück.

Wenn ein Roman endet – die unerwartete Leere

Viele glauben:

Wenn ein Roman fertig ist, ist die Autorin glücklich.

Und ja – da ist Erleichterung.

Ein Aufatmen.

Aber oft kommt etwas anderes zuerst.

Müdigkeit.

Eine tiefe, leise Erschöpfung.

Und eine Leere, die sich langsam ausbreitet.

War es gut genug?

Habe ich alles erzählt?

Oder zu viel?

Dieser Moment ist kein Sommer.

Er ist eher ein Winter.

Still. Klar. Und ein wenig karg.

Schreiben ist ein Kreislauf – wie der Frühling

Während das Manuskript ruht, verändert sich draußen etwas.

Das Licht wird weicher.

Die Luft riecht anders.

Und an Zweigen, die gestern noch leer waren, zeigen sich erste Knospen.

Es passiert ohne Ankündigung.

Ohne Plan.

Und vielleicht ist es genau so mit dem nächsten Satz.

Er kommt nicht, weil ich ihn erzwinge.

Nicht, weil ich bereit bin.

Sondern weil etwas in mir beginnt, sich neu zu ordnen.

Der leise Beginn einer neuen Geschichte

Es ist noch keine Geschichte.

Eher ein Gefühl.

Ein Bild.

Ein Gedanke, der bleibt, obwohl ich ihn nicht festhalte.

Vielleicht eine Frau.

Vielleicht nur eine Stimmung.

Sie ist noch unscharf.

Aber sie ist da.

Und irgendwann merke ich:

Ich denke nicht mehr an das Ende.

Sondern an etwas, das beginnen will.

Fazit: Ein Roman endet nie wirklich

Ein Roman endet nicht einfach.

Er verändert die, die ihn geschrieben hat.

Und vielleicht sind manche Abschiede nur verkleidete Aufbrüche.

Weiterlesen

Wer mehr über meine Geschichten erfahren möchte, findet auf meiner Seite

👉 Meine Bücher

eine Übersicht über meine Romane.https://verena-dahms.com/meine-buecher/

Kennst du dieses Gefühl – nach einem Ende, das sich nicht wie ein Ende anfühlt?


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Schreiben ist eine köstliche Sache, nicht mehr sich selbst zu sein, sich aber in einem Universum zu bewegen, das man selbst geschaffen hat. (Gustave Flaubert)

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