Willkommen im 2021

Was für ein Jahr liegt hinter mir, hinter uns allen. Der Abschied ist mir sehr leicht gefallen.

Ich habe den Aktendeckel geschlossen und die Akte 2020 im hintersten Winkel abgelegt.

Mein letzter Tag im 2020

So still habe ich noch nie von einem Jahr Abschied genommen. Gezwungenermassen, denn in Frankreich darf man sich nach 20 Uhr nicht mehr draußen aufhalten, Ausnahme: mit dem Hund Gassi gehen. Leider habe ich keinen Hund, sondern nur zwei Katzen, und die gehen ohne mich Gassi. Deshalb habe ich die Silvesternacht allein mit meinem Lebensgefährten gefeiert. Nicht ganz, meine zwei Katzen waren auch dabei. Wir haben Häppchen zubereitet, Pain Epice (sowas ähnliches wie Gewürzbrot) mit Foie Gras bestrichen. Würstchen und Minihamburger im Ofen aufgebacken. Es gab Lachs, geräucherte Entenbrust und noch andere Knabbereien, über die jede Ernährungsberaterin die Hände über dem Kopf zusammenschlagen hätte. Dazu ein fruchtiges Glas Rosewein, oder auch zwei, ich habe nicht gezählt.

Es mir gefallen, denn ich bin sowieso keine Partyqueen, schon gar nicht an Sylvester, wo jeder meint, es müsse unbedingt lustig sein. Lustigsein auf Knopfdruck, sozusagen, das mochte ich noch nie.

Wir haben also ein bisschen geplaudert, ein bisschen geplant für das Jahr 2021, was man denn im Moment so planen kann, und sind durchs Fernsehprogramm gezippt. Irgendwann wurde ich schläfrig, wahrscheinlich das ungesunde Essen und der Wein – ich tippe eher auf das Fernsehprogramm – und ich habe mich kurz vor Mitternacht ins Bett zum Lesen verzogen. Ich bin also lesend ins neue Jahr gerutscht. Ein tolles Sylvester/Neujahrsgefühl. Die Welt war unheimlich still. Keine Glocken die zur Mitternachtsmesse gerufen haben, keine Böller (die sind in Frankreich eh nicht so dominant wie in Deutschland), kein Auto das hupend am Haus vorbeigefahren ist, nur meine Katze, die schnurrend auf meinen Füßen gelegen hat.

Ein bisschen Rückblende muss aber trotzdem sein

denn eigentlich wollte ich keine schreiben. Über was? Es gab, ausser dem Virus das uns alle beherrschte, keine bemerkenswerten Ereignisse. Ich durfte während dem ersten harten Lockdown im Frühjahr keine Besuche erhalten. Im Sommer wurden alle Feste abgesagt. Besuche, ausser die von meinem Sohn, waren auch keine zu verzeichnen. Es war ein Jahr des Innehaltens, des Nachdenkens.

Im Herbst kam dann der zweite harte Lockdown. Wieder keine Besuche, wieder nur zu Hause bleiben. Wieder das gleiche Prozedere wie im Frühjahr.

Das Schreiben

hat mir geholfen, die beiden Lockdown einigermassen unbeschadet zu überstehen. Ich konnte in eine andere Welt eintauchen, vergessen, was draußen in der Welt los war. Zwei Buch-Babys haben im 2020 das Licht der Welt erblickt. Eins war ursprünglich geplant, und ich habe so viel gelesen, wie schon lange nicht mehr.

Manchmal sieht man erst am Ende eines Weges für was etwas gut war.

Vorwärts schauen

Das werde ich und ich werde auch neugierig bleiben. Neugierig auf das was noch kommt. Die Pandemie wird sich ganz sicher nicht von heute auf morgen zurückziehen. Es wird immer noch Wellen geben, aber ich habe mir fest vorgenommen meinen Weg weiterzugehen. Das heisst: Jeden Tag leben, als ob es der letzte wäre.

Ich wünsche euch ein gutes Jahr 2021. Bleibt gesund. Und wenn ihr mögt, dürft ihr euch gerne in meinem Blog anmelden (Anmeldeformular)

Für diejenigen die einen Facebook-Account haben: Ihr findet mich unter: https://www.facebook.com/V.Dahms

oder auch bei Instagram unter: https://instagram.com/autorin_verena_dahms_/

2021AusblickDordogneFrankreichJahreswechselNeujahrRückblickSchreiben