Zurück zur Normalität

Der Blick von meiner Küchentür

Ihr habt lange nichts mehr von mir gehört. Was seit meinem letzten Blog alles passiert ist, will ich euch heute erzählen. Das Foto zeigt euch die Kirche von St. Meard de Gurcon. Es ist mein ‘Morgenblick’ wenn ich mit einer Tasse Kaffee in der Hand aus der Tür trete.

Während der Ausgangssperre habe ich eine neue Geschichte geschrieben.

Eine neue Geschichte ist entstanden

Okay, die Vorarbeiten, wie Figurenbiografien, Namen, Schauplätze und ‘wo soll die Geschichte hingehen’ hatte ich schon vorher, ich musste sie also nur noch niederschreiben. Die Ruhe war herrlich. Ich kam mir vor wie damals, als ich in einem Schreibcamp war. Keine lästige Werbetelefone, keine Störungen durch liebe Menschen, die eben mal vorbeischauen wollten (obwohl ich Besuche von lieben Menschen durchaus mag). Keine Hektik. Ich habe noch nie so tiefenentspannt ein Manuskript geschrieben. Kurz gesagt, ich habe die Ausgangssperre nicht als Strafe empfunden.

Titel ist gefunden und die erste Überarbeitungsrunde

ist durch. Nochmals eine Überarbeitung, und dann geht das Manuskript ins Lektorat. Also, etwas gedulden müsst ihr euch noch, bis ihr sie lesen könnt. Doch etwas kann ich euch schon verraten, der Schauplatz meiner Story ist Basel, meine Heimatstadt, und meine Heldin ist Mitglied in einer Fasnachtsclique und spielt das Piccolo. Viele Erinnerungen, gerade in diesen Szenen, sind beim Schreiben in mir aufgestiegen.

Besuch in Bordeaux

Nach der ersten Lockerung, – wir durften uns endlich nach Wochen von 0 Kilometer wieder 100 Kilometer von unserem Wohnort weg bewegen – fuhr ich nach Bordeaux. Mein Lebenspartner brauchte einen neuen Pass. Ich bin noch nie so schnell in der Stadt gewesen. Es war eine total entspannte Fahrt, denn meistens stauen sich die Autos bereits zwanzig Kilometer vorher auf der Umfahrungsstraße (Roccade). Auch im Parkhaus nur gähnende Leere.

Die Passangelegenheit war schnell erledigt. Wir bummelten anschließend noch etwas durch die Innenstadt. Auch hier, gähnende Leere. Die Restaurants geschlossen, die Einkaufstempel ein Trauerspiel und auf der großen Einkaufsstraße Rue Sainte Catherine war Maskenpflicht.

Ich war noch nie so schnell wieder auf dem Heimweg, wie an diesem Tag.

Place de la Comédie – Auf diesem Platz drängen sich normalerweise die Menschen, und das jeden Tag.
Beim Friseur

Zwei Wochen später bin ich nochmals nach Bordeaux gefahren. Meine Haare haben seit Mitte Januar keinen Friseur mehr gesehen. Ich wollte ihm kurz vor Ostern einen Besuch abstatten, aber Corona hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Anfangs Juni war es soweit und es wurde Zeit. Zottelhaare bis fast an den Po, nein nicht ganz, aber beinahe. Das war ein tolles Gefühl, als ich den Salon mit einem neuen Kopf verlassen habe.

Natürlich gibt es auch Friseure auf dem Land, aber nach etlichen Versuchen wollte ich nicht mehr wie ein geschorenes Schaf aussehen und deshalb nehme ich die Fahrt nach Bordeaux gerne in Kauf.

Der Friseur meines Vertrauens
Und nun ist fast alles wieder normal

Seit dem 2. Juni läuft fast alles wieder den normalen Gang. Die Restaurants sind wieder offen, ich darf mich wieder frei bewegen. Natürlich das alles immer noch mit Einschränkungen, wie zum Beispiel das Masken tragen, Abstand halten, keine Begrüssungsküsschen geben. Auch größere Feste sind noch nicht erlaubt, was schade ist, denn die Dordogne lebt im Sommer von den vielen Festivitäten, Private wie Öffentliche. Sie sind sozusagen das ‘Salz in der Suppe’.

Wir sind glimpflich davongekommen

In der Dordogne hat es nur circa vierhundert Coronafälle gegeben und nur dreizehn Todesfälle (wobei jeder Todesfall immer einer zu viel ist).

Auch im übrigen Nouvelle Aquitanien hat der Virus nicht allzu stark gewütet. An was das liegen mag? Der Mann von der Tankstelle meinte, dass irgendein überirdischer Geist seine schützende Hand über unseren Landstrich gehalten hat. Mag sein! Ich denke eher, dass durch die ländliche Umgebung (die Häuser liegen meistens weit verstreut auseinander) die Kontaktsperren besser eingehalten wurden, und ganz sicher hat auch die konsequente Ausgangssperre mit dazu beigetragen.

Zurück zur Normalität

Langsam, ganz langsam beginnt das Leben wieder zu leben. Am Sonntagmorgen treffen sich nach dem Kirchgang die Leute wieder im Tante Emma Laden zum Frühschoppen. Man steht nach dem Einkauf zusammen und hält ein Schwätzchen – natürlich mit Abstand. Auf den Wochenmärkten findet man wieder die ganze bunte Palette an Gemüsen und Obst und die Marktschreier überbieten sich mit ihren Angeboten.

Nur die Touristen, die sonst um diese Zeit das Land überschwemmen, sind noch nicht gekommen, was ich aber nicht bedaure.

Ein Klostergarten in St. Emilion

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Autor: Verena

Schreiben ist eine köstliche Sache, nicht mehr sich selbst zu sein, sich aber in einem Universum zu bewegen, das man selbst geschaffen hat. (Gustave Flaubert)

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