Verena Dahms Autorenseite

Autorenleben

Autoren und natürlich auch Autorinnen führen ein ‚easy‘ Leben, so heisst es allgemein. Nachdem bis in die frühen Morgenstunden fleissig in die Tastatur gehauen wurde, beginnt der Tag für sie, wenn die normal arbeitende Bevölkerung bereits zum Mittagessen schreitet.

Dann wird erst einmal ausgiebig Kaffee getrunken und die Tageszeitung nach neuen möglichen Themen für den nächsten Bestseller durchforstet. Danach geht es, wenn das Wetter es zulässt, ins nächste Café. Weil draußen sitzen, vorzugsweise unter schattenspendenden Lindenbäumen, da bekommt die Kreativität einen ganz anderen Stellenwert. Die Gedanken fliessen, ebenso der Stift, der gefühlvolle Worte in die Kladde kritzelt.

Mein Autorenleben schaut etwas anders aus. Erstens schreibe ich nicht bis in die frühen Morgenstunden und zweitens brauche ich keine Lindenbäume für meine Kreativität. Doch ich habe auch meine Rituale und die pflege ich. Zum Beispiel brauche ich zum Einstieg Musik. Je nach Szene Bach, Beethoven oder Mozart, aber auch Kuschel- oder Hardrock ist nicht selten dabei.

Wenn mein Kopf voller Musik ist, dann erst fahre ich den Computer hoch und lasse meine Finger über die Tastatur fliegen.

Meine Schreibphasen sind entweder am frühen Morgen oder am späten Nachmittag. Wenn es gut läuft, dann können es gut und gerne sechs bis sieben Stunden sein. Wenn nicht, dann quäle ich mich nicht vor dem flimmernden Bildschirm, dann ist das eben so.

Doch es gibt auch Zeiten, da schreibe ich nicht. Kein Wort. Dann lümmle ich auf der Couch, fahre in die Stadt und treffe mich mit Freundinnen zum Tratschen. Oder ich schnipple Gemüse für das Mittagessen, werkle im Garten oder male.

Solches passiert meistens dann, wenn etwas in meiner Geschichte nicht stimmt, nicht vorwärts geht, stolpert.

Im Moment bin ich in der Lümmel-Phase, aber ganz langsam löst sich der Knoten in meinem Kopf.


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Schreiben ist eine köstliche Sache, nicht mehr sich selbst zu sein, sich aber in einem Universum zu bewegen, das man selbst geschaffen hat. (Gustave Flaubert)

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