Verena Dahms Autorenseite

Zug fahren in Frankreich ist immer noch ein Abendteuer…

… ganz besonders auf dem Land, obwohl die französische Bahn alles unternimmt, den Leuten das Bahnfahren schmackhaft zu machen.

Da gibt es Angebote aller Art. Für Schüler, für diejenigen, die nur ab und an ihren Fuß in ein solches Fortbewegungsmittel setzten wollen, für Gruppen, für Senioren und noch viele andere, ich kann gar nicht alles aufzählen.

Hin und wieder lasse ich mich sehr gerne mit dem Zug von St.Foy la Grande  nach Bordeaux bringen. Weil, ich muss in Bordeaux keinen Parkplatz suchen, keine Parkplatzgebühr bezahlen, kann mich im Zug entspannen, lesen, aus dem Fenster schauen oder einen Schwatz mit meinem Sitznachbarn pflegen. Ich erfahre dabei viel Neues, zum Beispiel über die Sorgen der Weinbauern, über das Schulsystem, das auch nicht mehr dasselbe ist, wie es einmal war, über Schliessungen diverser Kleinläden in der Region und noch vieles mehr.

Eine Bahnfahrt auf dem Land kann aber nicht so einfach geplant werden, nein, sie ist immer mit einem Fragezeichen verbunden. Es gibt zwar einen Fahrplan, der sogar im Internet aufgerufen werden kann, und trotzdem stellt sich schon am Vorabend die Frage: fährt er, der Zug, oder fährt er nicht?

Beispiel gefällig? Ich fahre am Tag X zum Bahnhof, ich möchte in Bordeaux bummeln. Am Abend zuvor habe ich im Internet recherchiert, ob die geplante Fahrt auch stattfinden kann. Sie kann, hat mir der Fahrplan gesagt.

Schon von Weitem entdecke ich an der Eingangstür zum Wartesaal, ein Schild hängen. Ich ahne nichts Gutes, das sich dann auch bestätigt, als ich am Schalter meine Fahrkarte lösen will.

Heute fährt kein Zug, erfahre ich, heute werden die Bäume am Bahndamm geschnitten und die Schienen gesäubert. Ich murre etwas und frage, weshalb das nicht auf der Internetseite der Bahn bekanntgegeben worden sei, denn immerhin bin ich zehn Kilometer mit dem Auto nach St. Foy la Grande gefahren.

Schulterzucken! Das sei noch nicht bekannt gewesen, gestern Abend, war die lakonische Antwort.

Es gäbe noch weitere Beispiele zu erzählen.Trotz aller Hindernissen werde ich nicht auf das Bahnfahren verzichten.


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Schreiben ist eine köstliche Sache, nicht mehr sich selbst zu sein, sich aber in einem Universum zu bewegen, das man selbst geschaffen hat. (Gustave Flaubert)

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