Von Enten und anderen Köstlichkeiten

 

Auch in Frankreich gibt es deftige Gerichte, ganz deftige sogar. Da ist ein deutscher Sauerbraten ein Schlankheitsmenü dagegen.

Confit Canard

Confit heisst eingekocht und Canard sind Enten, die in der Dordogne-Küche eine nicht unerhebliche Rolle spielen. Jede Bauersfrau die etwas auf sich hält, hat nebst Hühnern und Gänsen auch Enten auf ihrem Hof. Die führen, bis sie in den Kochtopf kommen, ein glückliches Leben. Sie ernähren sich, nebst  Maiskörnern, von Käfern, Würmern und anderem Getier. Nun aber zum besagten Confit Canard. Ein Gericht das ich erst in der Dordogne kennengelernt habe.

Kurz nach meinem Umzug aus der Schweiz in meine neue Heimat wurden mein Lebenspartner und ich zum Essen eingeladen. “Wir wollen euren Einzug feiern”, so meine Nachbarin und “wir wollen euch kennenlernen.” Pünktlich um acht Uhr erschienen wir. Freudiges Händeklatschen begrüßte uns und zehn Augenpaare musterten uns neugierig. Meine Nachbarin hatte ihre Verwandtschaft eingeladen. Dass die Verwandtschaft noch viel umfangreicher war, das habe ich erst später erfahren.

Eine bunte Tischdecke mit ebenso bunten Tellern, schmückten den Tisch. Doch bevor es so richtig zur Sache ging, wurde der obligatorische Aperitif zelebriert. Pastis, ein alkholisches Getränk mit Anisgeschmack und verschiedene Häppchen. Hungrig wie ich war, griff ich herzhaft zu. Ich ahnte ja nicht, was noch alles auf mich zukommen würde.

Minutenlanges Stühle rücken und Füße scharren, bis endlich alle am Tisch sassen. Und dann wurde aufgetischt. Zuerst eine Suppe mit Einlage. Danach Paté, Wurst und Schinken, begleitet von herrlich duftenden Baguettes. Die Tischrunde langte kräftig zu. Ab und zu wurde das Klappern des Bestecks durch ein ah très bon, unterbrochenbevor man sich wieder den Köstlichkeiten widmete. Auch dem Wein wurde kräftig zugesprochen. Nachdem die Teller leergeputzt waren, wurde die Krönung aufgetragen: Im Ofen geschmorte Entenbeine. Dazu wurden gebratene Kartoffeln mit Speck, Pilzen und ganz viel Knoblauch (Confit Canard avec Pommes Sarlat). Es roch himmlisch und schmeckte ebenso. Stille legte sich über die Tischrunde. Jeder war mit sich und dem wundervollen Essen beschäftigt. Auch ich.

Als die Teller abgetragen waren, freute ich mich auf einen kleinen feinen Nachtisch, der auch bald serviert wurde. Eine Kugel Zitronensorbet  der im Champagner badete.”Damit schaffst du Platz für den Käse und die Torte”, flüsterte mir meine Tischnachbarin zu und machte sich über den vermeintlichen Nachtisch her. Entsetzt starrte ich sie an. Es gab noch mehr zu Essen! “Da musst du jetzt durch.” Sie lächelte mich aufmunternd an. Ich seufzte leise, aber das Eis mit dem Champagner schaffte Platz für weitere Köstlichkeiten.

Eine Platte mit Käse, Camembert, Nusskäse, Brie und Ziegenkäse, zusammen mit einem grünen Salat garniert mit gebratenen Entenherzen. Zum Abschluss die mächtigste Buttercremetorte die ich je gegessen hatte.

Ich glaube, das Essen schlug bestimmt mit mindestens fünftausend Kalorien zu Buche, eher mehr. Ich fühlte mich wie eine Kugel, als ich aufstand. Beim Abschied klopfte mir meine Nachbarin auf die Schulter. “Willkommen in der Dordogne.”

Wahrhaftig, so üppig hatte ich noch nie gegessen und die Tage darauf, war in meiner Küche ‘Schmalhans’ angesagt.

Heute wird das Confit Canard in Dosen, wie auf dem Bild, in Gläsern oder auch frisch, aber bereits vorgekocht, an der Fleischtheke angeboten.

Früher ließ es sich die Hausfrau nicht nehmen, ihre Enten selber einzukochen. Dazu wird die Ente zerteilt und im Entenfett, das in jedem Haushalt vorrätig ist, zusammen mit Salz und Pfeffer in einem Topf langsam im offenen Kamin über einem kleinen Feuer geschmort. Das dauert meistens mehrere Stunden. Danach wird das Entenfleisch mit dem Fett in  irdene Keramiktöpfe abgefüllt und in der kühlen Speisekammer gelagert.

Solche Einkochaktionen wurden in der Regel vor Weihnachten und vor Ostern gemacht. Im Sommer ist ein solch deftiges Menü eher nicht angesagt. Nur den Touristen wird es auch im Sommer angeboten, als Dordogne-Spezialität.

Inzwischen habe ich mich hier sehr gut eingelebt. Ich weiß, dass diese Essorgien nur zu bestimmten Feierlichkeiten, wie  Weihnachten, Ostern oder eben als Willkommensgruß für neue Zuzüger stattfinden.

 

 

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Geschichten die auf der Straße liegen …

… und die erzählt werden wollen.

Ich wohne nun schon seit einigen Jahren in der Dordogne, im Südwesten von Frankreich. Und ich liebe dieses Land und mein Dorf. Ich bin angekommen.

Zwar bin ich immer noch ‘die Ausländerin’und das werde ich auch bleiben, aber wenn ich im Dorf mein Baguette hole, im ‘Tabac’ die Zeitung, oder im Tante Emma-Laden meinen Käse, dann werde ich mit einem Küsschen und einem lockeren Spruch begrüsst und einige bedauern es, dass meine Bücher nicht in französischer Sprache verlegt werden.

Ich liebe das ‘laisser faire’, die Leichtigkeit, die in diesem Wort liegt, und nerve mich nicht mehr über das Schwätzchen an der Kasse im Supermarkt, das die Schlange der Wartenden aufhält, die Langsamkeit hat auch mich erreicht.

Auch die Logistik hat hier einen ganz anderen Stellenwert als in Deutschland oder in der Schweiz. Aber vielleicht bin ich schon zu sehr Französin, als dass mich fehlende Produkte im Supermarkt oder im Baumarkt aus der Bahn werfen. C’est la campagne, sagt meine Nachbarin dann mit einem Achselzucken.

Mittlerweile beherrsche ich die Sprache recht gut, doch ich werde sie nie, solange ich lebe, mit all den Feinheiten beherrschen. In diese Sprache wird man hineingeboren.

Mein neuer Roman spielt in meinem Dorf, allerdings in einer früheren Zeit. Aber die Dorfmitbewohner haben meine Figuren schon beeinflusst.

Der Apotheker. Der Fleischer. Seine Frau, die Neugierige. Der Baron vom Nachbardorf und der Dorfdoktor. Nicht zuletzt aber auch die wunderschöne Landschaft, die sich sanft wölbend um mein Dorf schmiegt. Die Weinberge, die immer wieder durch kleine Waldstücke unterbrochen werden. Das Tal, durch das sich die Isle, ein kleiner Fluss schlängelt. Das alles hat mich  inspiriert.

Die ‘Geschichten liegen auf der Straße’ man muss sie nur sehen und sie erzählen.

Leseprobe aus meinem noch nicht veröffentlichten Roman.

Im Wartezimmer sassen bereits zehn Personen und zehn Augenpaare schauten mich verwundert an. Ich murmelte ein kaum hörbares ›guten Morgen‹ und setzte mich auf einen der klapperigen Gartenstühle. Die Frau des Fleischers war die einzige, die ich kannte. Sie nickte mir zu und widmete sich dann wieder ihrer Strickarbeit. Die Stricknadeln klapperten und sie brabbelte dabei ›links-rechts-links-rechts‹ vor sich hin. Es musste ein Pullover für ihren Mann werden, die Strickarbeit hatte ein nicht unerhebliches Ausmaß. Die übrigen Wartenden schienen aus dem Nachbardorf zu kommen oder es gab in den letzten Jahren, als ich in Toulouse war etliche Neuzuzüger im Dorf. Ich kannte keinen davon.

Ich nahm mein Buch aus der Tasche und fing an zu lesen, denn bei den vielen Leuten richtete ich mich auf eine längere Wartezeit ein.

“Sind Sie krank, Fräulein Amélie?” Die Frau des Fleischers hatte ihr Strickzeug auf den Schoss gelegt und sah mich neugierig an.

Ich schüttelte den Kopf. “Nein, nein, ich möchte nur etwas mit dem Doktor besprechen.”

“Aha, kann dauern, der Doktor ist nicht hier. Er musste nochmals weg zu einem Notfall, hat er gesagt.”

“Macht nichts, ich habe Zeit.”

Was lesen Sie denn da?” Neugierig äugte sie in das Buch. “Etwas Gescheites?”

Ich schmunzelte. “Einen Roman über eine Ärztin in Afrika.”

“Also etwas Gescheites. Ja, ja, die Welt hat sich verändert. Heute lesen die Frauen gescheite Bücher. Früher hatten sie keine Zeit, früher mussten sie hart arbeiten.”

“Ärztinnen arbeiten auch hart”, entgegnete ich, “ganz besonders wenn sie in Afrika leben.”

“Hm”, brummelte sie und betrachtete ihr Strickwerk. “Für meinen Mann zum Geburtstag. Er ist ein Guter, hat mich noch nie geschlagen.”

Ich sah den Fleischer vor mir. Ein bulliger Mann mit Händen wie kleine Baggerschaufeln und einem aufgedunsenen Gesicht. “Das ist schön. Wie geht es ihrem Mann?”

“Gut, danke der Nachfrage.” Sie schaute mich lange an. “Sie sind doch jetzt eine Frau Doktor? Im Dorf reden alle über Sie.”

Ich nickte, “ja, das bin ich.” Und eine ohne Arbeit, fuhr es durch meinen Kopf.

“Ich werde dann mal weiter stricken, sonst wird der Pullover nicht fertig. Sein Geburtstag ist schon in drei Wochen”, und sie ließ die Nadeln durch die Maschen fliegen.

©Verena Dahms

 

Tredition

 

Mein Sauerbraten Debüt

Ich bin eine leidlich gute Köchin, und koch auch gerne. Allerdings, meine Gerichte erreichen nie diese Höhenflüge, wie die in den Sternenküchen. Wenn ich Gäste einlade, dann liebe ich es, Eintöpfe oder Braten zu kochen. Die kann ich vorbereiten und habe dann genügend Zeit, mich meinen Gästen zu widmen.

Sauerbraten, das war das Stichwort für eine Einladung mit deutschen Freunden. Den habe ich zwar noch nie zubereitet, aber so schwer kann das ja nun auch nicht sein. Fleisch kaufen, in Essig und Wasser einlegen, die Gewürze zugeben und marinieren. Mindestens zwei Tage, so die entsprechenden Kochrezepte.

Gedacht, getan. Der Besuch beim Metzger erwies sich als die erste Hürde. Sauerbraten ist nämlich in der Dordogne nicht bekannt. Ich habe ihn nach einem Fleischstück für ‘Rôti de boeuf mariné’ gefragt. Er holte ein wunderschönes Bratenstück aus der Kühlkammer und ich nickte begeistert. Ohne Fett, wunderbar rosa lag es vor mir.

Zu Hause präparierte ich den Braten nach Vorschrift und lagerte ihn zwei Tage in der Marinade. Er muss lange schmurgeln, so das Rezept. Also ließ ich ihn auf kleinstem Feuer, zusammen mit der Marinade, lange schmurgeln.

Die Gäste trudelten ein. Der Braten schmurgelte immer noch. Der Tisch war gedeckt, das Tafelsilber glänzte. Der Apéro zog sich. Es gibt ja immer viel zu erzählen, besonders wenn man sich über eine längere Zeit nicht gesehen hat. Der Braten schmurgelte weiter.

Nach der Vorspeise eilte ich in die Küche. Als ich den Deckel anhob, wähnte ich mich in einer Essigmanufaktur. Ich legte den Braten auf einen Teller und schmeckte die Sauce ab. Das Saure hielt sich hartnäckig. Vielleicht musste das ja so sein, meine Mutter hat nie Sauerbraten gekocht. Nun noch schnell das Fleisch in Tranchen schneiden! Es war eher ein Säbeln denn ein Schneiden. Schuhsohlen sind weicher.

Wir haben den Hauptgang dann übersprungen und sind direkt zum Käse und zum Dessert übergegangen.

Ich werde mich ganz sicher nochmals an einem Sauerbraten versuchen, dann aber mit dem richtigen Fleischstück und ohne Gäste.

Das nächste Mal erzähle ich euch, welche deftigen Gerichte die Franzosen lieben. Der deutsche Sauerbraten ist dagegen ein Schlankheitsmenue.

 

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Der erste Entwurf ist immer Mist

Noch ein paar Tage, dann ist der erste Monat in diesem Jahr vorbei. Zum Glück. Für mich ist der Januar ein Monat, auf den ich gut verzichten könnte. Es dauert, bis das Tageslicht anbricht (in der Dordogne nicht vor acht Uhr) und es wird um sechs Uhr schon wieder Nacht.

Ich hatte trotzdem keine Langeweile. In meinem letzten Blog habe ich euch  erzählt, dass ich auf Geheiss von meiner Lektorin mein Manuskript vier lange Wochen liegen lassen muss. Und folgsam wie ich bin, habe ich mich daran gehalten.

Nach den Feiertagen durfte ich  endlich loslegen und wieder in meine Geschichte eintauchen. Wohingegen ‘Eintauchen’ nicht ganz richtig ist. ‘Lies deine erste Version als Leserin und nicht als Autorin’, so eine Aussage in einem der gescheiten Schreibratgebern. Oder ‘Kill your Darlings’. Oh ja, ich habe gekilled, ich fühlte mich manchmal wie eine Mörderin. ‘Auf Logikfehler achten’, ‘starke Verben benutzen’ ‘zu viele Adjektive stören den Lesefluss’. Das sind nur einige von vielen Ratschlägen, auf die der/die Autorin achten muss. Die will ich euch ersparen, es reicht wenn ich sie wissen muss.

Ich habe also meinen Text gekürzt, ergänzt, Sätze umgestellt, Dialoge spannender geschrieben, Liebesszenen umgeschrieben. Ja, es gibt welche, sonst wäre es kein Liebesroman.

Ich mag meine Protagonistin. Sie ist gescheit, macht zwar ein paar Fehler und fällt einmal ganz heftig auf die Nase. Aber im Großen und Ganzen ist sie eine patente Frau. Und dann ihr Beau, ein Charmeur und  Wandervogel, so wie Charmeure halt sind. Keine Angst, es ist kein Millionärs-Roman.  Es gibt auch noch ein paar Nebenfiguren, die ich richtig gerne mag. Zum Beispiel die Freundin von meiner Protagonistin, oder die Köchin, auch der Paul, stämmig, ruhig und besonnen.

Seid ihr neugierig geworden?  Ihr müsst euch noch etwas gedulden. Zwei weitere Überarbeitungsrunden stehen an, bevor das Manuskript an meine Lektorin geht. Danach kommt meine Cover-Designerin zum Zug, und ab dann ist die Veröffentlichung absehbar.

Ich bin selber auch ganz ‘hibbelig’, aber wie heißt es doch: Gut Ding will Weile haben.

Zum Schluss würde mich es mich interessieren: Wer von euch mag Liebesromane? Schreibt mir doch einfach.

Die Möglichkeit, dass Träume wahr werden können ..

… machen das Leben erst interessant.

Die Zeit der Rückblicke ist angebrochen. Es wird über Vergangenes sinniert. War es ein gutes Jahr gewesen?  Auch ich habe heute morgen kurz darüber nachgedacht und mir überlegt, ob ich einen Rückblick über mein vergangenes Jahr schreiben soll, habe den Gedanken dann aber schnell wieder verworfen. Es ist ja alles auf meinem Blog nachzulesen. Ich schreibe lieber einen Ausblick.

Etwas was ich jetzt bereits weiß: Im nächsten Jahr wird es einen neuen Roman von mir geben. Das Manuskript ist fertig. Vier Wochen muss ich nun warten, bis ich überarbeiten darf, so der Befehl von meiner Lektorin. Und weil ich gehorsam bin, habe ich das Manuskript meinem Erstleser gegeben. Er liest und liest und liest und schweigt. Manchmal umrunde ich ihn wie eine hungrige Katze.  Wie kommt meine Geschichte an? Stimmt die Dramaturgie? Gibt es Plotlöcher. Haben die Figuren die notwendige Tiefe? Bald werde ich es wissen. Dann nämlich, wenn er das Manuskript fertig gelesen hat.

Etwas kann ich jetzt schon verraten, es ist ein Liebesroman der in meinem Dorf spielt. Allerdings zu einer anderen Zeit.

Weiter ist eine neue Geschichte geplant. Eine Geschichte die schon lange in meinem Kopf herumspukt. Bis jetzt habe ich sie zurückgedrängt, denn ich kann nicht an zwei Projekten gleichzeitig arbeiten. Doch nun ist die Zeit dazu gekommen. Die Kladde ist bereit und wird mit Gedankensplittern und Figuren gefüllt. Ein Baum in Berlin hat mich dazu inspiriert. Ich freue mich darauf, denn es werden ganz sicher einige Recherchen vor Ort dazu notwendig sein. Das heißt, ich werde mich öfters in Berlin rumtreiben.

Was wird noch kommen? Ein Besuch am Atlantik. Paris steht auch schon auf dem Plan. Die Buchmesse in Leipzig, Frankfurt und Berlin. Vielleicht nicht alle drei, die BuchBerlin aber ganz sicher.

Pläne, Pläne, Pläne. Ja, warum nicht. Pläne machen neugierig, treiben an. Wenn nicht alle umgesetzt werden können, ‘so what’. Das Jahr 2018 verspricht spannend zu werden.

Die Möglichkeit, dass Träume wahr werden können, macht das Leben erst interessant (Paul Coelho)

Bildquelle: Madelene Hambrick

 

 

 

 

Lovelybooks – die große Unbekannte

Für mich war die Leseplattform bis vor kurzem noch ‘die große Unbekannte’. Natürlich habe ich schon öfters davon gehört oder gelesen. Trotzdem!

“Du solltest dein Roman bei Lovelybooks für eine Leserund anmelden”, so meine Lektorin. “Dort wirst du viele Leser finden, kannst mit ihnen zusammen über dein Buch diskutieren.”

Das leuchtete mir ein.  Besonders da ich in Frankreich mit meinen deutschen Büchern keine Lesungen machen kann.

Die erste Bekanntschaft mit dieser Plattform hat mich erst einmal erschlagen. Bücher über Bücher. Ich klickte mich durch, las die Kommentare, klickte weiter und las wieder. Ich glaube gefühlte vier Stunden habe ich mit Klicken und Lesen verbracht. Mein Profil war danach recht schnell angelegt.

Nun hieß es Leute einladen, und zwar so, dass sie neugierig auf mein Buch wurden. Dank meiner Lektorin, die mir mit Rat und Tat zur Seite stand, war auch diese Hürde nicht allzu hoch. Und dann war Warten angesagt. Werde ich Leser finden, oder in meinem Fall Leserinnen? Wieviele? Lovelybooks war zehn Tage – so lange dauert in der Regel die Anmeldefrist – wie ein Adventskalender. Jeden Abend öffnete ich ein Türchen, neugierig auf das was mich erwartete.

Ich hatte Glück. Auch als Nobody im Fischteich der Bücher, fanden sich  einige Interessenten, die mein Buch lesen und diskutieren wollten. Die Kommentare und Fragen der Leserinnen waren sehr hilfreich, als Belohnung  gab es ehrliche Rezensionen.

Fazit: Obwohl der Ansturm der Interessenten nicht so groß war und sich drei Leser kurzfristig abgemeldet haben, nachdem sie kein Printbuch gewannen, werde ich auch mit meinen nächsten Roman wieder eine Leserunde durchführen. Und ich werde ganz sicher auch selber einmal als Leserin daran teilnehmen.

Ich wünsche Euch und Euren Familien ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in ein erfolgreiches Jahr 2018

 

BuchBerlin – die etwas andere Messe

Ich war an der BuchBerlin. Es war ein spontaner Entschluss. Eine Autoren-Kollegin hat in einem Post auf Facebook gefragt, wer denn auch an diese Messe geht. Ich, habe ich gedacht und kurz die Flugmöglichkeiten von Bordeaux nach Berlin gecheckt. Ich war dabei.
Und ich habe es nicht bereut. Eine Messe der ganz besonderen Art. Klein aber fein, mit viel Kontaktmöglichkeit zum Leser.

Das Hotel Estrel, eine Stadt in der Stadt. Mein Zimmer war perfekter Standard, mit einem fröhlichen Willkommensgruß auf dem Bildschirm.

Am anderen Morgen stürzte ich mich dann in das Buch-Ausstellungs-Getümmel. Dreihundert Aussteller, so informierte mich der Katalog, sollen in diesem Jahr teilnehmen. Also gar nicht so einfach, die von mir gesuchten Autorenfreunde zu finden. Doch ich habe sie alle gefunden. Die Hilde, die Steffi, die Jacky, die Valerie, die Tuula, die Marion, der Frank und der Michael (ja, ich kenne auch männliche Autorenkollegen), und noch einige mehr. Ein paar kannte ich bereits von der Frankfurter Buchmesse. Ausrufe “schön dich wieder zu sehen” oder “ich hab dich gleich erkannt” wechselten ab.

Nach den Begrüßungszeremonien ging es auf die Rundtour durch der Messehalle. Bunte Stände, liebevoll und sehr fantasievoll dekoriert, gab es zu bewundern. Von überall wurden mir die allseits beliebten “Goodies” entgegengestreckt. Die Ausbeute war groß, für die kommenden Jahre bin ich mit Lesezeichen aller Art eingedeckt.

Am Abend ging es weiter. Für das Abendessen wurde eines der Bistros im Hotel in Beschlag genommen. Geschnatter und Gelächter wechselten ab. Aber auch ernsthafte Gespräche über die aktuelle Buchszene, die Marketingmöglichkeiten für Selfpublisher, fanden statt.

Am nächsten Tag bekam ich die Möglichkeit, am Stand der götterkinder.de die Postkarten für mein Buch ‘Eine Frau kämpft für ihren Traum‘ auszulegen.

Der direkte Kontakt mit potentiellen Leserinnen war super. Jedenfalls mein Kartenstapel war im Nu verteilt.

Zwei Tage BuchBerlin, zwei Tage voller Eindrücke, zwei Tage die ich nicht missen möchte.

Eines weiß ich, ich bin auch im nächsten Jahr wieder dabei, nicht als Besucherin, sondern ich werde mich in die Reihe der Aussteller begeben.

Wienerschnitzel, Tafelspitz und Palatschinken

Ich bin in Wien gewesen, was von Bordeaux nach Wien fast eine Weltreise bedeutet, aber ich wollte dorthin. Ich wollte nämlich unbedingt meine Lektorin persönlich kennenlernen. Facebook und all die anderen Social Media Kommunikationskanäle sind okay, doch ein persönliches Kennenlernen, na ihr wisst schon.

Bordeaux – Paris Orly. Dann Flughafenwechsel nach Charles de Gaulle über die Stadtautobahn rund um Paris. Zittern und Bibbern. Schafft es der Bus rechtzeitig? Er hat!

Erneutes Einchecken,  Handgepäck öffnen, Kosmetikbeutel auf das Band legen. Natürlich auch Fotoapparat, Handy und all die elektronischen Geräte, die  auf jede Reise mitmüssen. Dann Schuhe ausziehen und durch die Sicherheitsschleuse gehen.

Nachdem ich auch das hinter mich gebracht und meinen Sitz in der ‘Kategorie Holzbank’ gefunden hatte, konnte ich endlich entspannt zurücklehnen und mich auf Wien freuen.

Die Stadt hat mich sehr freundlich empfangen. Der Taxichauffeur erklärte mir im schönsten Wienerdialekt die Sehenswürdigkeiten links und rechts der Autobahn. Nun, zu sehen war allerdings nicht so viel, denn die Nacht hatte sich bereits über Wien ausgebreitet.

In einem alten Wohnhaus, mitten in der Altstadt, wohnt Elsa Rieger, meine Lektorin. Nur einen Augenblick des Zögerns, und der Funke ist sofort übergesprungen. Wir haben gelacht, über das Schreiben und über wunderbare Bücher gesprochen.

Eine Stadt die ich nicht kenne, entdecke ich am liebsten, indem ich mich treiben lasse, durch die Gassen schlendere, meine Nase an den Schaufenstern platt drücke, irgendwo einen Kaffee und ein Stück Kuchen genießen.

Kaffee- und Kuchenmässig hat Wien einiges zu bieten. Zum Beispiel, Kaffee mit Schlagobers und einem Schuss Marillenlikör, und das schon am frühen Morgen, und dazu ein kleines Törtchen. Himmlisch!

Natürlich habe ich auch Wiener Schnitzel und Tafelspitz genossen. Den Palatschinken hebe ich mir für den nächsten Besuch auf, der hatte keinen Platz mehr.

Leider verging das Wochenende viel zu schnell. Das Hundertwasser Museum, Belvedere, der Naschmarkt, und, und, und … aber das Wichtigste für mich war, ich habe meine Lektorin kennen gelernt und ich bin überzeugt, dass auch meine nächste Geschichte bei ihr in den besten Händen ist.

 

 

 

 

Die Nadel im deutschen ‘Bücherheuhaufen’

Anfangs November werde ich eine Leserunde auf Lovelybooks für meinen neuen Roman ‘Eine Frau kämpft für ihren Traum’ durchführen. Ich habe  schon etwas Bammel – werden sich genügend Leute anmelden – aber freue ich mich auch, mein Buch zusammen mit Leserinnen und Leser zu diskutieren.

Ich habe schon einiges über diese Leseplattform gehört, Gutes und weniger Gutes. Doch ich bilde mir gerne selber ein Urteil und bin gespannt, wie es ablaufen wird. Natürlich berichte ich euch darüber.

Mit einer Veröffentlichung ist es nämlich nicht getan. Ich habe gelesen, dass pro Jahr zwischen 80 000 und 90 000 neue Bücher auf den Markt geworfen werden.

Also ist Kreativität gefragt, damit ein Buch im großen ‘Bücherheuhaufen’ der Neuerscheinungen gefunden wird.

Auch Blogtouren sollen helfen, dass ein Buch gefunden wirdIch habe schon einiges darüber gelesen, selber habe ich noch nie eine durchgeführt.

Wie dem auch sei, das eigene Buch zu vermarkten ist nicht einfach.  Es bedeutet täglich in den Social Medien präsent zu sein.  Muss ich das? Will ich das? Ja, wahrscheinlich muss ich das. Macht es mir Spaß? Diese Frage habe ich mir schon öfters gestellt und ich muss, wenn ich ganz ehrlich bin, sagen: Manchmal, aber nicht immer. Ich bin also kein Werbefuzzi. Blödes Wort, ich weiß. Ich bin mir aber auch bewusst, wenn meine Geschichten gelesen werden sollen, dann kann ich mich diesen Medien nicht entziehen.

Keine Angst, ich werde euch auch in Zukunft nicht mit Werbung zu müllen, doch ab und zu bekommt ihr ein Textschnipsel von meinem neuen Roman zu lesen. Ich bin im letzten Drittel, es dauert also nicht mehr lange, bis ich das Wort ENDE schreiben kann.

Dann ist mein Erstleser gefragt. Bis jetzt hat er noch nicht viel davon gelesen. Ich bin gespannt auf seine Kommentare.

 

 

Michel de Montagne hatte Eine …

 

Johann Wolfgang von Goethe auch. Charles-Pierre Baudelaire, Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach, Guy Maupassant, Oscar Wilde, Christian Morgenstern, Rainer Maria Rilke, Hermann Hesse, Katherine Mansfield, Patricia Highsmith und noch einige Andere, hatten auch eine Katze.

Auch ich reihe mich unter die Katzenbesitzer ein. Katze und Autor gehören  zusammen. Weshalb? Vielleicht weil die Fellnasen Tröster sind, wenn wir mal wieder an uns zweifeln. Sie sitzen auf unseren Knien während wir unsere Texte schreiben. Ihr Schnurren beruhigt unsere gestressten Nerven, wenn wir am Überarbeiten sind und sie treiben uns in den nächsten Laden, wenn das Futter zur Neige geht. So kommen wir wenigsten ab und zu unter Leute und an die frische Luft.

Meine Katze hat mich gefunden und beschlossen, dass genau ich diejenige bin, bei der sie ihr weiteres Leben verbringen will.

Es war ein schöner Sommertag. Die großen Ferien waren angebrochen. Wohin mit dem Tier, fragen sich viele Besitzer. Katzen sind auf dem Land nicht viel wert. Aussetzen ist dann meistens die Lösung, obwohl das für mich keine ist.

Und so kam ich in den Besitz von meiner Isabelle.

Etwa drei Monate schätzte ich war sie, als sie mit erhobenem Schwanz in meine Küche tappte. Frech schaute sie zu mir hoch, so als wollte sie sagen: “Du, ich habe Hunger und Durst.” Ich stellte ihr eine Schale mit Milch und eingeweichten Brotbrocken hin. Gierig machte sie sich über den Fressnapf her. Als sie ihn leergeputzt hatte, sprang sie auf einen Stuhl, rollte sich zusammen, schnurrte entspannt, so als ob sie schon immer zu mir gehörte hätte.

Isabelle ist sehr eigensinnig. Schmusen nur wenn sie will. Auf den Arm nehmen, geht gar nicht.

In den ersten Jahren war sie eine richtige Streunerin. Manchmal war sie tagelang weg. Was habe ich mir für Sorgen gemacht, aber sie kam immer wieder, hungrig und zerzaust. Trotz Kastration wurde sie zweimal pro Jahr rollig. Während dieser Zeit strichen unzählige Kater von der näheren und weiteren Umgebung um mein Haus. Die Duftmarken hatten es in sich.

Heute ist meine Bella ruhiger geworden. Eigensinnig ist sie immer noch. Wir passen gut zusammen.